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Unterscheidet 18F-FLT-PET reaktive von metastatischen Lymphknoten?

  

Für Patienten mit Lymphknotenbeteiligung und starker Tumorzellproliferation stehen die Risiken aggressiver Therapiemodifikation in sinnvollem Verhältnis zu deren Nutzen. Die 18F-FLT-PET könnte sich trotz inkonsistenter Forschungsergebnisse zur präoperativen Quantifizierung der Tumorzellproliferation und Bestimmung des zervikalen Lymphknotenstatus eignen.

Troost et al. untersuchten die Tauglichkeit der Methode an zehn Patienten mit neu diagnostiziertem Plattenepithelkarzinom des Kopfs-Hals-Bereichs im Stadium II–IV, bei denen eine chirurgische Tumor- und Lymphknotenresektion geplant war. Die Patienten erhielten vor der PET-Aufnahme 250 MBq 18F-FLT (3‘-Deoxy-3‘-18F-Fluorothymidin), das von der zytosolischen Thymidinkinase phosphoryliert und intrazellulär akkumuliert wird. 18F-FLT-PET- und CT-Scans wurden aufgezeichnet und fusioniert. Pathologisch wurde die Lymphknotenbeteiligung an Schnitten in Paraffin eingebetteter Lymphknoten mittels Hämtoxylin-Eosin-Färbung beurteilt.

Der zugeführte Marker Jod-Deoxyuridin (IUrd) und der endogene Proliferationsmarker Ki-67 dienten dem histologischen Nachweis der Proliferationsaktivität. Aufgrund der 18F-FLT-PET-Bilder und der pathologischen Befunde unterschieden die Forscher richtig positive Lymphknoten (18F-FLT-PET-positive LK mit histologisch nachgewiesener Metastase) von richtig negativen (18F-FLT-PET-negative LK ohne Metastase), falsch positiven und falsch negativen.

Neun von zehn untersuchten Patienten hatten 18F-FLT-PET-positive Lymphknoten, jedoch nur drei von ihnen histologisch nachgewiesenen Metastasen. Der endogene Marker Ki-67 und der exogene IUrd konnten sowohl in LK-Metastasen als in den B-Lymphozyten der Keimzentren 18F-FLT-PET-positiver Lymphknoten nachgewiesen werden, was die hohe Rate falsch positiver Befunde erklärt. Die Sensitivität der 18F-FLT-PET betrug 100%, ihre Spezifität 16,7%, positiver bzw. negativer prädiktiver Wert 37,5 bzw. 100%.

Fazit: Mittels 18F-FLT PET lassen sich Kopf-Hals-Tumor-Patienten mit Lymphknotenmetastasen korrekt identifizieren, Spezifität und positiver prädiktiver Wert sind jedoch wegen der Tracer-Aufnahme in die Lymphknoten-Keimzentren gering. Die 18F-FLT-PET eignet sich nicht zur präoperativen Bestimmung des Lymphknotenstatus und der Proliferationsaktivität betroffener Lymphknoten. ish

Troost EGC et al. 18F-FLT PET does not discriminate between reactive and metastatic lymph nodes in primary head and neck cancer patients. J Nucl Med 2007; 48: 726–35. [Im Focus Onkologie 2007; 10(9): 19]
 
mk, BSMO, 09. Dezember 2007


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