 |
 |
|
 |
 |

|
Sie sind hier:
Diagnostik
> Ein „drittes Auge“ für die Koloskopie
|
 |
Ein „drittes Auge“ für die Koloskopie
Die Koloskopie gilt als Goldstandard bei der Früherkennung von Darmkrebs. Doch auch damit werden Polypen und Tumorläsionen übersehen. Kann der Einsatz eines „Third Eye Retroscope“ die Detektionsquote erhöhen?
Ein Grund dafür, dass manche kolorektale Polypen und Tumoren bei der Koloskopie unentdeckt bleiben, liegt in der anatomischen Struktur des Darms. Um z. B. proximale Bereiche der Darmfalten bei der Untersuchung besser einsehen zu können, wurde das sogenannte „Third Eye Retroscope“ entwickelt, das an der Spitze des Koloskops angebracht wird und als zusätzliche bildgebende Vorrichtung während der Koloskopie permanent den rückwärtigen Raum erfasst.
Ein Prototyp wurde in der vorliegenden Studie an drei anatomischen Modellen des Darms mit simulierten Polypen getestet. Teilweise lagen diese an gut einsehbaren Stellen (32%), größtenteils jedoch an der proximalen Seite von Darmfalten (68%). Sechs Endoskopiker untersuchten jedes einzelne Modell mit einem Standardvideokoloskop und einem identischen Koloskop, das zusätzlich mit dem „Third Eye Retroscope“ ausgestattet war. Von den 78 „offensichtlichen“ Polypen wurden mit dem Standardkoloskop 69 (88%) und mit der erweiterten Technik 70 (90%) entdeckt (p > 0,9). Anders sah es bei den 162 Polypen aus, die proximal in den Falten lokalisiert waren. Lediglich 20 (12%) wurden mit dem Standardkoloskop gefunden, 131 (81%) hingegen mit dem zusätzlichen „Dritten Auge“ (p < 0,00001). In einem Kommentar weist D. R. Rex darauf hin, dass die Detektion der Polypen bislang von der Fähigkeit des Endoskopikers abhing, beim Zurückziehen des Koloskops ausreichend langsam, sorgfältig und zwingend vorzugehen. Mit neuen Techniken wie dem „dritten Auge“ könnte die Qualität der Koloskopie unabhängiger vom Untersucher werden.
Fazit: Im Modellversuch mit simulierten Polypen konnte mit diesem „Third Eye Retroscope“ die Detektionsquote für proximal gelegene Polypen signifikant verbessert werden. Klinische Untersuchungen sind laut Autoren geplant. ro
Triadafilopoulos G et at. A novel retrograde-viewing auxiliary imaging device (Third Eye Retroscope) improves the detection of simulated polyps in anatomic models of the colon. Gastrointest Endoscopy 2007; 65: 139–45. – Editorial: Rex DK. ibidem 145–50. [Im Focus Onkologie 2007; 10(5): 24]
|
mk, BSMO, 06. Juli 2007
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich 
|
 |
 |


START 2: Kopf-Hals-Tumoren
31.03.2010 - Bad Hersfeld Eine interdisziplinäre Herausforderung - Therapiestandards und neue Perspektiven

|
 |