Home Produkte   Kontakt Suche Sitemap
onkologiepartner.de 
 



Merck Portale
 
 
› Nutzungs-
bedingungen
› Impressum


Sie sind hier: Diagnostik > Virtuelle Koloskopie erfüllt Erwartungen nicht

Versenden | Drucken

Virtuelle Koloskopie erfüllt Erwartungen nicht

  

Nicht-invasiv und risikoarm: Das zeichnet die virtuelle Koloskopie aus. An Sensitivität lässt sie allerdings zu wünschen übrig. Und das scheint sich auch mit zunehmender Erfahrung nicht zu ändern.



Die konventionelle Koloskopie ist die Methode der Wahl zur Diagnose kolorektaler Karzinome, doch sie ist invasiv und nicht ohne Risiko. Der Wunsch nach Alternativen liegt daher auf der Hand. Was die virtuelle, CT-gesteuerte Koloskopie leisten kann, untersuchte deshalb eine nicht randomisierte, multizentrische Studie. Insgesamt wurden 600 Patienten im Alter über 50 Jahre mit der klinischen Indikation für eine Koloskopie untersucht. Bei jedem Patienten wurde zunächst eine virtuelle Koloskopie, anschließend eine konventionelle Koloskopie durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte einfach verblindet. Primärer Endpunkt war die Detektion von Läsionen mit einer Größe von wenigstens 6 mm.

Bei 308 der 600 Patienten wurden insgesamt 827 Läsionen gefunden, darunter bei 104 Teilnehmern solche von mindestens 6 mm Größe . Die Sensitivität der virtuellen Koloskopie, solche Tumoren zu entdecken, lag gerade einmal bei 39%. Auch wenn die Größe der zu findenden Läsionen auf 10mm erhöht wurde, stieg die Sensitivität nur auf 55%. Dagegen konnte mit der konventionellen Koloskopie eine Sensitivität von 99% beziehungsweise 100% erreicht werden – ein signifikanter Vorteil.

Konkret: Mit der CT-gestützten Koloskopie wurden zwei von acht Karzinomen übersehen.

Der Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Zentren zeigte große Unterschiede. So erreichte ein Zentrum, das 148 Patienten diagnostiziert hatte, für die virtuelle Koloskopie eine Sensitivität von 82% für den primären Endpunkt. Mit einer mittleren Sensitivität von 24% lagen die anderen Zentren deutlich darunter. Außerdem war keine „Lernkurve“ zu erkennen, sprich: Die Sensitivität nahm mit zunehmender Erfahrung der Untersucher nicht zu. Erstaunlicherweise gab es unter den Patienten keine klare Präferenz für die eine oder andere Methode.

Fazit: Die virtuelle Koloskopie eignet sich derzeit keinesfalls für einen breiten Einsatz. Entsprechend bezeichnen die Autoren das Ergebnis als „überraschend und enttäuschend“. Die Daten stehen im Gegensatz zu anderen Publikationen, die allerdings nahezu alle aus einem Zentrum stammen. Enge Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologen und Radiologen sowie intensive Schulungen könnten das Problem möglicherweise lösen.
(bf)

Cotton P.B. et al: Computed tomographic colonography (virtual colonoscopy): A multicenter comparison with standard colonoscopy for detection of colorectal neoplasie. J Am Med Ass 291 (2004): 1713–9. (Im Focus Onkologie 7 (2004) 10: 22)
 
mk, 03. Januar 2005


Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich »



Benutzer:
Passwort:
Merck



  • Benutzerprofil ändern
  • Passwort vergessen?
 
Hörbuch - Podcast - Leben mit Darmkrebs - zuhören, begreifen, handeln


127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
21.04.2010 - Berlin
Merck Serono Satellitensymposium: Interdisziplinäres Therapiemanagement von Patienten mit Metastasen eines kolorektalen Karzinoms
START 2: Kopf-Hals-Tumoren
31.03.2010 - Bad Hersfeld
Eine interdisziplinäre Herausforderung - Therapiestandards und neue Perspektiven
› Seite empfehlen  › Seite drucken

© Merck Serono GmbH, Darmstadt, Deutschland