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Leberpunktion: Zielgenau zum Entnahmeort

  

Trotz generell hoher diagnostischer Sicherheit der konventionellen Sonografie-geführten Leberpunktion kommt es immer wieder zu falsch-negativen Ergebnissen. Chinesische Wissenschaftler untersuchten, ob sich die Trefferquote durch den Einsatz eines Kontrastmittels bei der Sonografie verbessern lässt.

Die perkutane Leberpunktion zur histo­pathologischen Diagnostik gut- oder bösartiger fokaler Leberläsionen ist seit langem gängige klinische Praxis. Das Department of Ultrasound, School of Oncology, der Universität Peking blickt auf eine über 20-jährige Erfahrung mit konventioneller Ultraschall-geführter perkutaner Leber-Biopsie zurück. Nach über 10.000 mit hoher Genauigkeit durchgeführten Biopsien registrierten die Autoren einen verbliebenen Anteil falsch-negativer Befunde, die zum Teil im Widerspruch zu den Ergebnissen bildgebender oder anderer klinischer Untersuchungsmethoden standen. Als Fehlerquellen wurden nekrotisiertes bzw. denaturiertes Tumorgewebe oder Ungenauigkeiten bei der Lokalisation des Zielortes vermutet. Wu und Mitarbeiter untersuchten daher, ob sich durch eine Kontrastmittel-verstärkte Sonografie die Biopsienadel zielgerichteter zum Entnahmeort führen und damit die diagnostische Sicherheit verbessern lässt.
Sie randomisierten 186 Patienten mit diagnostizierten fokalen Leberläsionen in zwei Gruppen für eine Kontrastmittel-verstärkte (1) oder konventionelle Sonografie (2) vor der Entnahme der Gewebeprobe. Wurde eine maligne Entartung diagnostiziert, galt dieser Befund als definitiv. Lautete die Diagnose „gutartig“, folgten weitere Untersu­chungen wie CT, MRT, Angiografie, Bestimmung von Alpha-1-Fetoprotein und eine sechsmonatige klinische Nachbeobachtung zur Bestätigung oder Korrektur des Erstbefundes. In Gruppe 1 wurden 101 (78,3%), in Gruppe 2 107 (74,8%) bösartige Veränderungen des Leberparenchyms entdeckt. Das Verhältnis „gutartig/bösartig“ sowie die Verteilung nach der Größe der Läsionen waren in beiden Gruppen vergleichbar. Die diagnostische Genauigkeit der initialen Biopsie aller Läsionen von bis zu 2 cm Durchmesser hingegen war in Gruppe 1 deutlich höher (95 gegenüber 87,4%). Bei isolierter Betrachtung der malignen Läsionen von höchstens 2 cm Größe fiel dieser Vorteil noch deutlicher aus: 97,1 gegenüber 78,8%.

Fazit: Die Kontrastmittel-verstärkte Sonografie vor einer Leber-Biopsie führt zu einer deutlichen Reduktion falsch-negativer Befunde selbst bei Läsionen von bis zu 2cm Durchmesser. Dieses Verfahren liefert wichtige Zusatzinformationen, die eine Differenzierung zwischen gesundem, denaturiertem oder nekrotisiertem Gewebe
erlauben. zi

Wu W et al. The role of contrast-enhanced sonography of focal liver lesions before percutaneous biopsy: Am J Radiol 2006; 187: 752–61 [Im Focus Onkologie 2007; 10(5): 43].

 
mk, BSMO, 01. August 2007


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