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Schlüssel-Gene weisen Brustkrebszellen den Weg in die Lunge

  

Mehr als 50 Gene spielen dabei eine Rolle, ob ein Mammakarzinom in die Lunge metastasiert oder nicht. Dies berichten Wissenschaftler des Memorial Sloan-Kettering Cancer Centers, New York, in der Arbeitsgruppe des Spaniers Joan Massagué im Fachmagazin Nature (2005; 436: 518–24). Mehr noch: Offenbar lässt sich anhand der Genaktivität vorhersagen, wie schnell die Tochtergeschwülste wachsen.

Das Team um Massagué entnahm einer Patientin mit Metastasen in der Lunge einige Brustkrebszellen, vermehrte sie und injizierte sie in Mäuse. Dort überprüften die Forscher, welche der Zellen sich in den Lungen zu besonders aggressiven Tumoren entwickelten. Mithilfe eines Genchips analysierten sie die Aktivität der Gene. Dabei stellten sie fest, dass 54 Gene ein Aktivitätsmuster aufwiesen, das von dem der weniger aggressiven Tumorzellen abwich. Veränderten die Forscher die Aktivität einzelner Gene, so änderte sich damit auch die Fähigkeit der Zellen, sich in der Lunge in einen Tumor zu verwandeln.

Massagué zufolge könnte der genetische Fingerabdruck der Krebszellen nützlich sein, um den Verlauf einer Brustkrebserkrankung früh abzuschätzen. Ein erster Test mit Brustkrebszellen, die 82 Patientinnen bald nach der Diagnose entnommen worden waren, funktionierte: Von den Frauen, deren Tumorzellen den charakteristischen Gencode aufwiesen, entwickelte mehr als die Hälfte Metastasen in der Lunge – bei den anderen waren es nur 10%. Waren bei den Patientinnen neun spezielle Gene in bestimmter Weise aktiv, wuchsen die Tumoren besonders rasch.

Unter den viereinhalb Dutzend Schlüs­sel-Genen finden sich „alte Bekannte“, wie Massagué formuliert; z.B. die Erbinformation für Wachstumsfaktor-Rezeptoren oder für Proteinasen. Die Forscher hoffen, dass es eines Tages gelingt, mithilfe von Medikamenten die Metastasenbildung zu blockieren. Dazu könnte es ausreichen, sich auf einige wenige der entscheidenden Gene zu konzentrieren. Massagué Arbeit gibt darüber hinaus den Pharmakologen eine Werkzeugpalette an die Hand, um die vernünftigsten Medikamenten-Kombinationen aus dem ständig wachsenden Wirkstoffpool auszutüfteln. ro

[Im Focus Onkologie 2005; 8(11): 12]

 
mk, BSMO, 13. März 2006


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