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Speiseröhrenkrebs: Pathologie unzureichend?
Die meisten Ösophaguskarzinom-Patienten, die eine neoadjuvante Chemoradiotherapie erhalten, sind anschließend frei von Tumorresten. Trotzdem sterben über 80% innerhalb der darauffolgenden fünf Jahre. Haben die Pathologen Tumorresiduen übersehen?
Um eine pathologisch komplette Remission (pCR) zu diagnostizieren, entnehmen Pathologen Patienten mit Ösophaguskarzinom drei Millimeter dicke Gewebestücke aus dem Tumor benachbarten, verdächtigen Gegenden und konservieren sie in Paraffinblöcken. Nur ein oder zwei 5µm dicke Schnitte aus jedem Block werden zur histologischen Untersuchung herangezogen, der Rest wandert ins Archiv. Möglicherweise befinden sich aber noch weitere Tumorzellen im nicht untersuchten Rest des Gewebestücks. Durch eine umfassendere Untersuchung des Materials könnten diese Tumorherde möglicherweise erkannt werden.
Eugene Chang und Kollegen an der Oregon Health & Science University on Portland untersuchten nun, ob in den Paraffinblöcken von 23 Speiseröhrenkrebs-Patienten mit pCR nach einer neoadjuvanten Radiochemotherapie noch Tumorzellen nachzuweisen waren. Dazu entnahmen sie drei Gewebestückchen in 50-µm-Abständen aus jedem Block und ließen sie von zwei Pathologen begutachten. Bis auf einen Fall, wo nicht sicher zwischen hochgradiger Dysplasie und Adenokarzinom unterschieden werden konnte, fand sich in keiner der Proben unentdecktes Tumormaterial.
Der Grund für die auf längere Sicht geringe Überlebenschance von Patienten mit pCR könnten ein persistierender systemischer Prozess (DNA-Mutationen) oder die Anwesenheit von Mikrometastasen sein, die im Mikroskop übersehen werden. Fazit: Die Autoren sehen keinen Grund, die Untersuchung von postchemoradierten Ösophagektomie-Proben auszuweiten. Eine inadäquate pathologische Untersuchung ist wahrscheinlich nicht der Grund für die geringe Überlebensrate von Patienten mit pCR. Fah Chang EY et al. Accuracy of pathologic examination in detection of complete response after chemoradiation for esophageal cancer. Am J Surg 2007;193: 614–7. [Im Focus Onkologie 2007; 10(10): 22]
jum, bsmo, 09. Februar 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
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