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Bronchialkarzinom: Personen mit erhöhtem Risiko herausfiltern
Anders als bei Brustkrebs, Melanom oder Kolorektalkarzinom gibt es für das Bronchialkarzinom kaum Modelle zur Abschätzung des individuellen Risikos; bisher beschränkte man sich auf die Charakteristika Raucherstatus, Geschlecht und Alter. In dieser Analyse betrachtete man jenseits von Nikotinanamnese und Asbest-Exposition weitere mögliche Risikofaktoren, mit dem Ziel, ein möglichst umfassendes Instrument zur Risikoprädiktion zu erstellen.
Um ein möglichst genaues Risikoprofil zu erhalten, bediente man sich der Daten einer großen Fall-Kontroll-Studie (1.851 Lungenkrebs-Patienten und 2.001 gematchte Kontrollen), die man in Ex-Raucher, Raucher und Personen, die niemals geraucht hatten, aufteilte. Bei Nichtrauchern waren in der multivariaten logistischen Regressionsanalyse Passivrauchen (regelmäßige Exposition gegenüber Zigarettenrauch zuhause oder in der Arbeit) und das Vorkommen irgendeiner Tumorart in der Familie statistisch signifikant mit der Entwicklung eines Bronchialkarzinoms verbunden.
Gemeinsame Risikofaktoren von Ex-Rauchern und Rauchern waren Staubexposition und ein Emphysem in der Anamnese. Außerdem fand man eine inverse Relation zwischen dem Auftreten eines Lungenkarzinoms und Heuschnupfen (eine schon früher bisweilen gemachte Beobachtung, die jedoch in der Literatur kontrovers diskutiert wird). Bei Personen, die früher geraucht hatten, spielte zudem die positive Familienanamnese (irgendein Krebs) eine Rolle sowie das Alter, in dem sie mit dem Rauchen aufgehört hatten. Bei Rauchern war außerdem von Bedeutung, ob Verwandte ersten Grades Tabak-assoziierte Tumoren hatten, sowie die Anzahl der konsumierten Packungen pro Jahr.
Aus den Odds Ratios des Regressionsmodells entwickelten die Autoren drei Risikograde innerhalb jeder Raucher-Kategorie. Dieser Risiko-Index erwies sich als brauchbar: So betrugen die richtig-positiven Raten in der so definierten Hochrisiko-Gruppe 69% bei den Rauchern und 70% bei den Ex-Rauchern.
Die für die Berechnung des individuellen Risikos wesentlichen Faktoren des Vorhersagemodells können gut über ein Patienten-Interview ermittelt werden.
Fazit: Sofern es in anderen Untersuchungen bestätigt wird, ließen sich mit diesem Risiko-Assessment auf der Basis einfach zu erhebender Daten Individuen identifizieren, die von einem verstärkten Screening profitieren könnten. wpa
Spitz MR et al. A risk model for prediction of lung cancer. J Natl Cancer Inst 2007; 99: 715–26. [Im Focus Onkologie 2007; 10(7-8l): 24]
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mk, BSMO, 08. Oktober 2007
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