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Osophagus-Ca.: Höchstes Risiko durch Alkohol plus Zigaretten

  

Noch immer ist unklar, warum sich im mittleren Ösophagus mehr Plattenepithelkarzinome entwickeln. Jetzt wurde der Einfluss verschiedener Risiko­faktoren in Abhängigkeit von der Lokalisation des Tumors analysiert.



In Taiwan wurde eine multizentrische Fall-Kontrollstudie durchgeführt, um den Effekt des Konsums von Alkohol, Nikotin und Betelnüssen auf die Entwicklung eines Ösophaguskarzinoms zu untersuchen. Die Risiken wurden für das obere, mittlere und untere Drittel des Ösophagus getrennt berechnet. 447 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus, davon 107 Tumoren im oberen Drittel, 199 im mittleren Bereich und 141 im unteren Drittel, sowie 1.022 Kontrollpersonen wurden in dieser Studie behandelt.

Wer Alkohol konsumierte steigerte sein Risiko für ein Ösophaguskarzinom (im gesamten Organ) um das 5,9- bis 8,5-fache im Vergleich zu abstinenten Personen, die nie Alkohol tranken. Das höchste Risiko bestand im mittleren Drittel des Ösophagus. Raucher erkrankten 2,7- bis 6,2-mal häufiger an einem Ösophaguskarzinom als Nichtraucher. Auch bei Rauchern war das mittlere Drittel des Ösophagus am stärksten gefährdet. Betelnusskauer hatten ein 2,2- bis 4,9-fach erhöhtes Risiko im Vergleich zu Personen, die nie Betelnüsse kauten. Das Risiko war hier im oberen Drittel am höchsten.
Überraschend hoch war das Risiko, wenn ein Patient Alkohol und Nikotin konsumierte. Diese Personen hatten 10- bis 23,9-mal häufiger Speiseröhrenkrebs als abstinente Menschen. Der synergistische Effekt trat v. a. im mittleren und im unteren Drittel des Organs auf. Wer zusätzlich Betelnüsse kaute, hatte ein 30,3- bis 75-fach erhöhtes Risiko, ein Ösophaguskarzinom zu entwickeln. Alkohol und Nikotin interagieren vor allem im mittleren Teil des Ösophagus miteinander. Dies führt zum einen zu einer Multiplikation des Tumorrisikos. Das könnte auch erklären, warum Plattenepithelkarzinome in diesem Bereich häufiger sind.

Fazit: Alkohol, Zigaretten und Betelnüsse fördern die Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus, wobei Alkohol und Zigaretten synergistisch wirken. jn

Lee C-H et al. Anatomical subsite discrepancy in relation to the impact of the consumption of alcohol, tobacco and betel quid on esophageal cancer. Int J Cancer 2007; 120: 1755–62. [Im Focus Onkologie 2007; 10(7-8l): 26]

 
mk, BSMO, 24. September 2007


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