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Rauchen und kolorektales Karzinom
Herauszufinden, zu welchen Tumorentitäten Tabakkonsum führt, ist ein großes Puzzlespiel. Beim kolorektalen Karzinom gibt es Hinweise, denen eine große Studie an knapp 40.000 Männern und Frauen aus dem Raum Chicago nun ein weiteres Puzzleteil hinzufügt.
Im Rahmen des „Chicago Heart Association Detection Project in Industry“ (CHA) haben Epidemiologen und Präventionsmediziner mögliche Zusammenhänge noch einmal genauer betrachtet. Bei diesem Screening-Programm zu kardiovaskulären Krankheitsrisiken, in dessen Rahmen zwischen 1967 und 1973 auch Informationen über die Rauchgewohnheiten von fast 40.000 männlichen wie weiblichen Teilnehmern gesammelt wurden, konnte die Mortalität bis Dezember 1997 nachverfolgt werden. Weil es keine Informationen zum Alter bei Rauchbeginn gibt, nahmen die Autoren an, dass männliche Raucher ungefähr mit 18 mit dem Rauchen angefangen haben (das entspricht dem mittleren Einstiegsalter in die Nikotinsucht in den USA). Frauen beginnen dort seit dem Jahr 1940 ebenfalls durchschnittlich mit 18 Jahren, zuvor lag der Zeitpunkt zwischen 20 und 32 Jahren.
Die Multivarianz-Analyse zeigte für Männer wie Frauen einen grenzwertig signifikanten Trend, dass Rauchen die Sterblichkeit am kolorektalen Karzinom erhöht. Wurden die Daten altersbereinigt, gab es bei den über 50-Jährigen weder für Männer noch für Frauen einen Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Mortalität.
Für die jüngeren Probanden beider Geschlechter hingegen fand sich eine Dosis-Wirkungsbeziehung: So betrug das relative Risiko für Frauen, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchten, im Vergleich zu Nichtraucherinnen 2,49. Für Männer und Frauen zusammen lag es bei 1,87, für Männer allein bei 1,56; letzteres war jedoch nicht signifikant.
Fazit: Die Ergebnisse überraschen: Wegen der langen Latenzzeit zwischen Rauchbeginn und Tod durch kolorektales Karzinom müsste man den Zusammenhang eher bei den älteren Probanden sehen. Diese Inkonsistenz ist damit zu erklären, dass der Zeitpunkt des Rauchbeginns nur geschätzt wurde. Zudem wurde nicht die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms, sondern die Mortalität untersucht. Da Rauchen auch zu tödlichen Herzkreislaufkrankheiten und Lungenkrebs führt, sind die Probanden womöglich daran gestorben. (be)
Colangelo LA et al: Cigarette smoking and colorectal carcinoma mortality in a cohort with long-term follow-up. Cancer 100 (2004): 288–93. (Im Focus Onkologie 7 (2004) 7-8: 18)
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mk, 19. August 2004
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