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28. Deutscher Krebskongress: Hautkrebs - vermeiden vor behandeln
Die beste Verhütung von Hautkrebs ist immer noch die Vermeidung der UV-Exposition. UV-B- und neuen Erkenntnissen nach auch UV-A-Strahlen lösen Signaturmutationen an Genen aus, die eine Rolle in der DNA-Reparatur, Zellzykluskontrolle und Signaturtransduktion spielen, berichtete die Petra Boukamp vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Auch wenn die Ätiologie des Hautkrebses noch nicht vollständig bekannt ist, gilt als sicher, dass wiederholte, heftige Sonnenbrände in der Kindheit das Hautkrebsrisiko erhöhen, so Rüdiger Greinert vom dermatologischen Zentrum in Buxtehude. Neuere Daten sprechen sogar dafür, dass bereits jede durch UV-Strahlung erzeugte Bräunung eine Noxe setzt. Das Risiko für maligne Melanome ist eng mit der Zahl der melanozytären Nävi am ganzen Körper assoziiert. Das Risiko für die Entwicklung dieser Nävi nimmt mit jedem Tag Sonnenurlaub in der frühen Kindheit zu. Sonnenschutzmittel allein bieten keinen ausreichenden Schutz. Sie beugen zwar sicher der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen vor, schützen aber nur unsicher vor dem Basalzellkarzinom und dem Malignen Melanom. Screening als Regelleistung
Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologischer Prävention (ADP) vor den verantwortlichen Gremien in Fachgesellschaft und Politik wird ab 2008 auf Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses ein qualitätsgesichertes, zweistufiges Hautkrebsscreening im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung eingeführt. Verpflichtend für alle am Screening teilnehmenden Ärzte ist ein von der Kassenärztlichen Vereinigung zertifiziertes, achtstündiges Fortbildungsprogramm gemäß den Vorgaben der Krebsfrüherkennungsrichtlinien unter Leitung von Trainern, die dafür speziell in den kommenden Monaten ausgebildet werden. Das Früherkennungsprogramm wird laut Wolfgang Tilgen, Homburg/Saar essenzieller Bestandteil der 2008 beginnenden Zertifizierung von Hauttumorzentren sein. Zielgerichtete Strategien unterschiedlich erfolgreich
Auch in der Dermatoonkologie geht die Tendenz zur zielgerichteten Behandlung, bei der neue Moleküle mit einem spezifisch auf den jeweiligen Tumor zugeschnittenen Wirkmechanismus zum Einsatz kommen. Basierend auf einer intensivierten Grundlagenforschung wurden laut Axel Hauschild, Kiel, vor allem bei kutanen Lymphomen und dem malignen Melanom Fortschritte erzielt. Antikörper gegen lymphozytäre Antigene werden bisher erfolgreich in der Behandlung der nodalen Non-Hodgkin-Lymphome eingesetzt. Jetzt sollen sie sich auch gegen kutane B-Zell- und auch T-Zell-Lymphome bewähren: Mit dem monokonalen Antikörper gegen das CD20-Antigen, Rituximab, werden z.B. disseminierte follikulläre B-Zell-Lymphome behandelt: Alemtuzumab, ein Antikörper gegen das CD52-Antigen erwies sich in frühen Phase-II-Studien als wirksam beim kutanen T-Zell-Lymphom (CTCL). Bei dieser Erkrankung befinden sich auch die sogenannten Histondeacetylase-Inhibitoren in der Erprobung. Diese Moleküle können die Aktivierung der Expression bestimmter für die Tumorprogression als auch -suppression verantwortliche Signalmoleküle herunterregulieren („Epigenetic Silencing“). In der experimentellen Melanomtherapie haben Multikinase-Inhibitoren vielversprechende Erfolge gezeigt. Sorafinib führte als eine dieser Substanzen in einer Phase-II-Studie an 105 Patienten mit metastasiertem Melanom bei 85% der Patienten zur Tumorkontrolle (Remission oder Stabilisierung der Metastasierung). Leider konnten diese guten Ergebnisse in einer randomisierten Phase-III-Studie in der Zweitlinientherapie eines metastasierten Melanoms mit der Kombination aus Carboplatin, Paclitaxel und Sorafenib vs. Carboplatin, Paclitaxel und Placebo nicht bestätigt werden [Agarwala SS et al. J Clin Oncol 2007; 25 (18S): Abstr. 8510]. Als ermutigend bezeichnete Hauschild dagegen die Ergebnisse einer randomisierten Phase-II-Studie zu Dacarbazin plus Sorafenib vs. Dacarbazin plus Placebo: Das progressionsfreie Überleben verdoppelte sich nahezu unter dem Multikinase-Hemmer [Sosman JA et al. J Clin Oncol 2007; 25(18S): Abstr. 8527]. Biobanken etablieren
Zurzeit wird in translationalen Forschungsprojekten versucht, Marker für die verschiedenen Hauttumoren zu identifizieren, die eine Voraussage über den eventuellen Erfolg bzw. Misserfolg einer angestrebten Behandlung ermöglichen. Als interessanten Ansatz zur Datengenerierung nannte Hauschild die Etablierung von Biobanken in Zusammenarbeit zwischen Kliniken, der ADO und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. ay Bericht vom 28. Deutschen Krebskongress in Berlin vom 20.–23. Februar 2008. [Im Focus Onkologie 2008; 11(5): 41ff] rl, bsmo, 17. Juli 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
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