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ECCO 14 – The European Cancer Conference - Akupunktur gegen Nausea und Erbrechen – nur Placebo?
Die onkologische Forschung zeigt – vermutlich aufgrund großer Nachfrage von Seiten der Patienten – zunehmendes Interesse an der Erforschung alternativer Therapien, wie schon beim diesjährigen ASCO-Kongress zu erkennen war. In einer schwedischen Studie, vorgestellt in Barcelona von Anna Enblom, Linköping, wurde in einem raffinierten Setting die Wirkung einer klassischen Akupunktur gegen durch Radiotherapie induzierte Nausea und Erbrechen untersucht.
Die Nadel wurde durch eine auf die Haut aufgesetzte Vorrichtung geführt, wobei die tatsächliche Akupunkturnadel regelrecht am antiemetischen Punkt PC6 am Unterarm eingestochen werden konnte, während bei einer Scheinnadelung eine Teleskopnadel verwendet wurde, bei der der Patient zwar einen Pieks verspürte, die Haut jedoch nicht penetriert wurde. 110 Patienten waren in der Verumgruppe auswertbar, 105 in der Kontrollgruppe; beide Gruppe hatten ein strukturiertes Tagebuch geführt, in dem sie ihre Symptomatik nach der auf Becken oder Abdomen gerichteten Radiotherapie festhielten. Das Ergebnis: Der Anteil der Patienten mit Nausea war in der Verumgruppe nicht niedriger, sondern tendenziell eher höher (68 vs. 61%), und ähnlich verhielt es sich mit dem mittleren Anteil pro Woche betroffener Patienten (37 vs. 31%); beide Unterschiede waren jedoch nicht signifikant. Erbrechen wurde bei 24% der Patienten in der Verum- und bei 28% derer in der Kontrollgruppe registriert.
Besonders interessant war nun aber die Einstellung der Patienten zur Therapie (Grafik 4): In beiden Gruppen bescheinigten fast alle Patienten der jeweiligen Behandlung hohe oder zumindest mäßige antiemetische Wirksamkeit bzw. äußerten Interesse an weiterer Akupunktur in der Zukunft. Das Thema dürfte noch nicht ausdiskutiert sein: In einer früheren Studie hatte der wöchentliche Anteil von Patienten mit Nausea ohne die Anwendung von Akupunktur bei 63% gelegen. Bei aller Vorsicht vor Vergleichen zwischen verschiedenen Studien: Betrachtet man dagegen die Anteile in der schwedischen Untersuchung von 37% unter Akupunktur bzw. 31% unter Scheinakupunktur, so drängt sich doch der Verdacht auf, so Frau Enblom, dass es hier erhebliche Placeboeffekte geben dürfte, die man im Interesse der Patienten nutzen könnte. jfg
ECCO 14 – the European Cancer Conference vom 23.–27. September 2007 in Barcelona. [Im Focus Onkologie 2007; 10(11): 62]
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