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ASCO 2007: Supportivtherapie
In Anbetracht der Fülle neuer Daten zur aktiven Tumortherapie nahm die Supportivtherapie beim ASCO 2007 einen eher bescheidenen Raum ein. Im Folgenden einige Highlights...
Emesis: Dreierkombination Goldstandard. Dreierkombinationen aus 5-HT3-Antagonisten, NK1-Antagonist und Dexamethason sind der neue Goldstandard bei hoch und moderat emetogener Therapie. Mit einer Einmalgabe von Palonosetron, Aprepitant und Dexamethason kann bei fast allen Patienten das akute Erbrechen vollständig unterdrückt werden. Eine mehrtägige antiemetische Prophylaxe mit Granisetron, Aprepitant und Dexamethason war bei Mehrtageschemotherapie effektiv und verträglich. Das Einhalten einer antiemetischen Leitlinie unter Einschluss der modernen Antiemetika Palonosetron und Aprepitant bewirkte bei Patienten unter hoch und moderat emetogener Therapie einen weitgehenden Schutz vor Erbrechen. Zwischen 77 und 100% der Patienten erfuhren je nach zugrunde liegender Chemotherapie einen kompletten Schutz vor Erbrechen. Allerdings war auch in dieser Analyse Übelkeit weiterhin ein Problem.
Eine Studie konnte zeigen, dass die Emesiskontrolle bei Konditionierung vor Stammzelltransplantation durch die Zugabe von Aprepitant zu Ondansetron/Dexamethason deutlich verbessert wird, ohne dass pharmakokinetische Interaktionen zu beobachten waren. Palonosetron, dosiert nach Körpergewicht zeigte sich sowohl bei hoch als auch moderat emetogener Chemotherapie bei pädiatrischen Patienten als effektiv und gut verträglich, ist aber für Kinder bisher nicht zugelassen.
Fatigue - Linderung mit Ginseng: Tumorfatigue kann viele Ursachen haben und genauso vielfältig sind die Behandlungsansätze. Anämische Patienten leiden häufig unter diesem Erschöpfungszustand und nach Korrektur der Anämie bessert sich meist die Symptomatik. In diesem Jahr wurden wieder zahlreiche Studien zur Therapie mit verschiedenen Erythropoietinen vorgestellt.
Als weitere Ursachen der Fatigue wird eine reaktive Depression auf die Erkrankung angesehen. Allerdings zeigten zwei Studien mit den modernen Antidepressiva Donepezil und Sertalin keine Symptomverbesserung im Vergleich zu Placebo.
Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Fatigue auch mit einer Verschlechterung der Gedächtnisleistung einhergeht. Eine multizentrische placebokontrollierte amerikanische Studie untersuchte Einfluss von Ginseng in verschiedenen Dosierungen auf die Fatigue-Symptomatik und kam zu dem Ergebnis, dass 1–2 g/Tag einer amerikanischen Ginseng-Präparation die tumorassoziierte Fatigue-Symptomatik deutlich verbessern. Eine Studie zeigte eine Verbesserung der kognitiven Funktionen bei Brustkrebspatientinnen durch Modenafil.
Haut-und Schleimhauttoxizitäten: Haut- und Schleimhautreaktionen sind seit der Einführung neuer Substanzen zunehmend häufiger zu beobachten. In einer prospektiv-randomisierten Studie wurde der empirische Therapieansatz mit Pyridoxin zur Prävention des Hand-Fuß-Syndroms (HSF) unter Capecitabin überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass Pyridoxin und Placebo gleich wirksam sind: HFS (43 vs 48%, p = 0,94) und Pyridoxin zur Prophylaxe des HFS somit nicht empfohlen werden kann.
Als Late-Breaking-Abstract wurde eine Studie vorgestellt, in der 61 Patienten unter Therapie mit einem EGFR-Inhibitor (Erlotinib oder Cetuximab) randomisiert einen Monat lang entweder eine Tetracyclintherapie oder Placebo erhielten. Die Häufigkeit des Exanthems war in beiden Armen vergleichbar, jedoch der Schweregrad war signifikant geringer im Verum-Arm ausgeprägt. Zudem nahm der Juckreiz unter der Tetrazyklintherapie deutlich ab, so dass Tetrazykline als Bestandteil des Managements von Hautreaktionen unter Anti-EGFR-Therapie nützlich sind.
Die Auswertung der Studie RTOG 0315 zeigte, dass die prophylaktische Gabe von Octeotrid eine Diarrhö bei Radiochemotherapie von Anal- und Rektumkarzinomen nicht verhindern kann, obwohl dieses bei 5-FU-haltiger Chemotherapie bei über 90% der Patienten wirksam ist.
Hitzewallungen durch antihormonelle Therapien: Hitzewallungen sind sowohl für Männer als auch für Frauen ein relevantes Problem bei hormonablativer Therapie. In einer randomisierten Studie bei 223 Patienten mit antiandrogener Therapie bei Prostatakarzinom wurden drei Dosen von Gabapentin (300, 600, 900 mg) mit Placebo vergleichen. Durch die Gabe von Gabapentin 3 x 300 mg/Tag wurde nach vier Wochen eine signifikante Reduktion der Hitzewallungen um etwa 35% erreicht (p = 0,02). Dies stellt eine bedeutende Verbesserung der Lebensqualität von Prostatakarzinompatienten dar.
Mammakarzinompatientinnen, die durch die Therapie postmenpausal wurden, leiden häufiger unter Hitzewallungen als gesunde postmenopausale Frauen. In einer randomisierten Studie an 60 Patientinnen zeigten Venlafaxin und Clonidin etwa gleiche, jedoch nur mäßige Effektivität, wobei deutlich mehr Patientinnen die Venlafaxin-Therapie wegen Nebenwirkungen abbrachen. Als weitere Ansätze mit potenzieller Effektivität wurden Levetiracetam und traditionelle chinesischen Medizin (TCM) untersucht. ort
Bericht vom 43rd Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology vom 1.–5.6.2007 in Chicago, Illinois, USA. [Im Focus Onkologie 2007; 10(9): 42]
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mk, BSMO, 29. November 2007
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