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ASO-Expertenworkshop: Ernährung von Krebspatienten

  

Die Ernährung von Krebspatienten ist ein Thema, das in der Laienpresse immer wieder stark thematisiert wird, für das es aber wenig belastbare Daten gibt.





Insbesondere existiert für so genannte Krebsdiäten, von denen eine große Zahl „auf dem Markt“ ist, keine wissenschaftliche Rationale, so Hans Konrad Biesalski, Stuttgart. Einseitige Kostformen und Versuche des „Aushungerns“ der Krebserkrankung können sogar gefährlich sein, den Tumor begünstigen und zu Mangelernährung und zusätzlichem Gewichtsverlust führen.

Malnutrition ist bei Tumor-Patienten je nach Lokalisation der Erkrankung mehr oder weniger häufig (bei Pankreaskarzinom bis zu 85%). Allerdings wird bei Aufnahme in die Klinik viel zu selten der Ernährungsstatus erhoben, sodass man den Patienten auf Probleme hinweisen könnte. Mangelernährung verschlechtert eindeutig die Prognose des Patienten und hat auch einen ungünstigen Einfluss auf die Therapie – und umgekehrt: Nausea und Emesis unter Chemotherapien verschärfen das Problem. Die frühzeitige Intervention ist daher eine wesentliche Maßnahme zur Optimierung des Ernährungszustandes, so Biesalski.

Jeder zweite Krebs­patient ist schon bei der Diagnose seiner Krankheit fehl- bzw. mangelernährt. Dazu gehört beispielsweise eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen, sodass die Gabe eines Multi-Mikro­nährstoffpräparats in 1,3facher Höhe der empfohlenen täglichen Dosierung unterstützt werden kann. Bei Vitaminen geht es vor allem um die antioxidativen Vitamine C und E sowie β-Karotin. Vorsicht ist allerdings während der Therapie geboten, so Biesalski: Chemo- und Radiotherapie, aber auch photodynamische und Hyperthermie zerstören Tumorzellen teilweise durch die Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen, deren Wirkung Antioxidanzien vermindern können. Gegen Chemotherapie resistente Tumoren haben ihre zelleigenen antioxidativen Systeme zum Teil extrem hochreguliert und klinisch konnte unter hochdosierter Gabe von Antioxidanzien in einigen Fällen zwar eine Reduktion der Nebenwirkungen, aber auch eine Erhöhung der Mortalität gezeigt werden.

Bericht vom ASO Expertenworkshop Supportivtherapie in der Onkologie in München am 13./14. Januar 2006. [Im Focus Onkologie 2005; 9(3): 56ff]
 
mk, BSMO, 04. Mai 2006


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