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ASO-Expertenworkshop: Gastrointestinale Nebenwirkungen
Chemo- und Strahlentherapie sind je nach eingesetzten Medikamenten bzw. Dosierungen mit einem unterschiedlich hohen Risiko von Nausea und Erbrechen verbunden.
Einen Meilenstein in der Entwicklung der Supportivtherapie stellte die Einführung der 5-HT3-Rezeptorantagonisten zur Verhinderung dieser für die Patienten äußerst belastenden Nebenwirkungen dar, so Petra Feyer, Berlin. Diese Substanzen zählen nach wie vor zum Rückgrat der antiemetischen Therapie, wie sie in der zuletzt im September 2005 aktualisierten Leitlinie der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) formuliert ist, die in Ermangelung einer deutschen Leitlinie auch hierzulande den derzeitigen Standard darstellt:
- Bei hochemetogenen Therapien wird zur Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen eine Dreierkombination aus 5-HT3-Antagonisten, Dexamethason und dem Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten Aprepitant vor der Chemotherapie empfohlen. Patienten, die Cisplatin erhalten haben, sollen außerdem zur Prävention von verzögerter Übelkeit und Erbrechen die Kombination von Dexamethason und Aprepitant erhalten.
- Für Patienten, die eine mäßig emetogene Chemotherapie erhalten, wird zur Prophylaxe von akuter Nausea und Emesis im ersten Zyklus die Gabe von 5-HT3-Antagonist und Dexamethason, für Frauen unter der besonders emetogenen Kombination von Anthrazyklin und Cyclophosphamid zusätzlich Aprepitant empfohlen. Verzögerter Übelkeit und Erbrechen wird im letzteren Fall mit Aprepitant oder Dexamethason vorgebeugt, bei anderen mäßig emetogenen Chemotherapien wird orales Dexamethason empfohlen; kann dieses nicht eingesetzt werden, ist ein 5-HT3-Antagonist indiziert.
- Bei Therapien mit geringem Risiko schließlich wird zur Prophylaxe akuter Probleme die Gabe einer Einzelsubstanz empfohlen, bei minimalem Risiko und Patienten ohne Übelkeit oder Erbrechen in der Anamnese sollte überhaupt keine routinemäßige Antiemese erfolgen.
Die Leitlinie, so Petra Feyer, steht in der Version von 2004 in deutscher Übersetzung auf der Website der ASO (www.onkosupport.de) zur Verfügung. jfg
Bericht vom ASO Expertenworkshop Supportivtherapie in der Onkologie in München am 13./14. Januar 2006. [Im Focus Onkologie 2005; 9(3): 56ff]
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mk, BSMO, 06. Mai 2006
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