Home Produkte   Kontakt Suche Sitemap
onkologiepartner.de 
Kongressberichte
 



Merck Portale
 
 
› Nutzungs-
bedingungen
› Impressum


Sie sind hier: Kongresse > Kongressberichte > 27. Deutscher Krebskongress in Berlin: Gastrointestinale Tumoren – Neue adjuvante ­Konzepte und „Targeted Therapies“

Versenden | Drucken

27. Deutscher Krebskongress in Berlin: Gastrointestinale Tumoren – Neue adjuvante ­Konzepte und „Targeted Therapies“

  

Ein Schwerpunktthema des Deutschen Krebskongresses war die Therapie gastrointestinaler Tumoren. Im Vordergrund standen insbesondere neue Therapiestandards und Behandlungsoptionen.



Kolonkarzinom - adjuvante Therapie im Stadium III
Mit der Einführung von FOLFOX 4 (Oxaliplatin/5-Fluorouracil/Folinsäure) konnten die Erfolge in der adjuvanten Therapie deutlich verbessert werden. Die internationale MOSAIC-Studie mit über 2.200 Patienten zeigte, dass die Zugabe von Oxaliplatin zu 5-FU/FS das krankheitsfreie Überleben nach vier Jahren verbesserte, erläuterte Claus-Henning Köhne, Oldenburg. Etwa 20% der Patienten mit Stadium III profitieren von der adjuvanten FOLFOX 4-Therapie, sagte Köhne. Obwohl eine Subgruppenanalyse auch auf einen Vorteil der adjuvanten Therapie bei Hochrisiko-Patienten mit Stadium II (z.B. T4) hindeutete, ist aufgrund der niedrigen Patientenzahl aus Sicht des Experten der Stellenwert für dieses Stadium noch fraglich.

Angiogenese-Inhibitor in der First-line
Beim metastasierten Kolonkarzinom, erklärte Dirk Arnold, Halle, wurde die palliative Therapie durch die oralen Fluoropyrimidine und insbesondere durch Irinotecan und Oxaliplatin verbessert. Überlebenszeiten von neun bis zehn Monaten, die zuvor mit 5-FU erreicht wurden, stiegen bis auf 21 Monate an.

Die neuste Entwicklung in der Onkologie, die „Targeted Therapy“, kann diese Ergebnisse noch optimieren. So wurde in zwei Studien nachgewiesen, dass die Addition des Angiogenese-Inhibitors Bevacizumab die Ansprechrate im Vergleich zur alleinigen 5-FU/FS-Therapie signifikant erhöhte und die progressionsfreie Zeit gegenüber der Kombination von Irinotecan plus 5-FU/FS signifikant verlängerte. Beide Studien waren Grundlage für die Zulassung von Bevacizumab in dieser Indikation. Arnold geht davon aus, dass die Ergebnisse mit Bevacizumab als Kombinationspartner bei geeigneteren Chemotherapien noch weiter verbessert werden können. Sechs Phase-II-Studien deuten darauf hin, dass der Angiogenese-Inhibitor auch kombiniert mit FOLFOX bzw. FOLFIRI „zu einer Verbesserung der progressionsfreien Zeit bzw. der Remissionsrate führt.“

Aufgrund eines Datenvergleichs zwischen verschiedenen Studien mit Zweier- und Dreierkombinationen betonte Arnold, dass drei aktive Substanzen definitiv effektiver in der First-line sind als zwei und er plädierte daher für eine Intensivierung der Therapie. Vor allem bei Patienten mit limitierten Leber- und Lungenmetastasen, die potentiell resektabel und klinisch operabel sind, sowie bei Patienten mit raschem Progress, schwerwiegenden Symptomen und einem Risiko Organkomplikationen zu erleiden, „ist die beste Kombination obligat.“ Patienten, die multiple Metastasen, keine Option zur Resektion, schwere Komorbiditäten und ein biologisches Alter ≥ 75 Jahre haben, sollten hingegen aufgrund der Toxizität besser eine sequentielle Behandlung mit aktiven Substanzen erhalten. Vom Einsatz einer Monotherapie rät der Experte aber auch bei schlechtem Allgemeinzustand ab.

Cetuximab – neue Option für die Second-line
Welche Therapie in der Second-line beim metastasierten Kolonkarzinom sinnvoll sind, erörterte Ullrich Graeven, Mönchengladbach. Wurde mit einer 5-FU-Monotherapie primär behandelt, so zeigte eine große englische Studie, ist eine Therapie mit FOLFOX oder FOLFIRI am effektivsten. Nach einer Kombinationstherapie in der First-line, was häufig der Fall ist, war ebenfalls eine Kombination als Second-line-Therapie indiziert. In Bezug auf die Wirksamkeit war es einerlei, ob FOLFOX oder FOLFIRI zuerst eingesetzt wurde, sagte Graeven, sodass die Wahl der Reihenfolge von der Toxizität abhängig gemacht werden sollte. Daten zu einer Irinotecan-Monotherapie nach einer Kombination liegen nicht vor.

Mit Cetuximab steht eine weitere effektive Substanz für die Second-line zur Verfügung. In der BOND-Studie führte Cetuximab/Irinotecan im Vergleich zur Cetuximab-Monotherapie zu einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens auf vier Monate.Vier progressionsfreie Monate werden auch mit einer reinen Kombinationstherapie gewonnen. Daher folgerte Graeven, dass „Cetuximab unter dem Aspekt der Toxizität und Verträglichkeit in der Second-line eine Option“ sei.

Etwas höher war das progressionsfreie Überleben wenn zusätzlich Bevacizumab zur Kombinationstherapie gegeben wurde. Mit der Kombination Cetuximab/Bevacizumab wurden in der BOND2-Studie ebenfalls Ergebnisse erreicht, die im Bereich der von herkömmlichen Zytostatikakombinationen lagen. Mit der Kombination beider Antikörper eröffnet sich für Patienten, die nicht toxisch behandelt werden können, die Möglichkeit noch eine wirksame Therapie zu erhalten.

Magenkarzinom: Perioperative Therapie als Standard
„Es tut sich einiges und ich möchte Sie ermuntern auch mit Ihren Chirurgen zusammen, die Therapie des Magenkarzinoms zu überdenken“, eröffnete Markus Möhler, Universitätsklinik Mainz seinen Vortrag. Grundlage für den Einsatz einer perioperativen Therapie ist die MAGIC-Studie, in der der Einfluss einer prä- sowie postoperativen Chemotherapie (Epirubicin/Cisplatin/5-FU) u.a. auf die Operabilität untersucht wurde. Im Vergleich zur alleinigen Resektion konnte durch die zusätzliche perioperative Chemotherapie die Resektabilität der Patienten deutlich erhöht werden, was sich auch in einem signifikanten Überlebensvorteil wiederspiegelte (24 vs. 20 Monate). Dieser Effekt kann ebenfalls mit einer Radiochemotherapie erzielt werden. Daher könnte, so Möhler, die neoadjuvante bzw. perioperative Therapie als Standard definiert werden.

Berichte vom Deutschen Krebs­kongress in Berlin vom 22. – 26. März 2006. [Im Focus Onkologie 2006; 9(5): 50ff]
 
mk, BSMO, 06. Juni 2006

Weiter zu "2. Teil - 27. Deutscher Krebskongress in Berlin: Gastrointestinale Tumoren – Neue adjuvante ­Konzepte und „Targeted Therapies“"



Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich »



Benutzer:
Passwort:
Merck



  • Benutzerprofil ändern
  • Passwort vergessen?
 
Hörbuch - Podcast - Leben mit Darmkrebs - zuhören, begreifen, handeln


30. Deutscher Krebskongress
24.02.2012 - Berlin
Merck Serono SCCHN Satellitensymposium
Erfolgreiche Therapie von Kopf-Hals-Tumoren:
interdisziplinär - evidenzbasiert - multimodal
30. Deutscher Krebskongress
23.02.2012 - Berlin
Merck Serono mCRC Satellitensymposium
Personalisierte Erstlinientherapie des mCRC mit Cetuximab
› Seite empfehlen  › Seite drucken

© Merck Serono GmbH, Darmstadt, Deutschland