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ASCO Annual Meeting 2006 - Metastasiertes Kolorektalkarzinom: Immer besserer Therapieergebnisse
Kombinationen aus 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FS) mit neuen Zytostatika wie Oxaliplatin haben das Überleben von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom deutlich verlängern können.
Eine weitere Verbesserung der Therapieergebnisse gelingt durch zusätzliche Gabe von Biologika wie dem gegen VEGF (vascular endothelial growth factor) gerichteten monoklonalen Antikörper Bevacizumab. Das zeigen die TREE-Studien, deren abschließende Analyse von Howard S. Hochster, New York/USA, vorgestellt wurde [Abstr. # 3510]. Die Studie TREE 1 umfasste 150 nicht vorbehandelte Patienten, die randomisiert mit 5-FU/FS plus Oxaliplatin als Infusionsregime (FOLFOX) oder Bolusregime (bFOL) oder mit Capecitabine/Oxaliplatin (XELOX) behandelt wurden. In der Studie TREE 2 wurden diese drei Regime bei 223 Patienten jeweils zusammen mit Bevacizumab verabreicht.
Erstmals Überlebenszeit auf zwei Jahre verlängert Die zusätzliche Gabe des Antikörpers führte zu einer Steigerung der Responseraten um 10 bis 19%, wie der Vergleich mit TREE 1 ergab. Auch das progressionsfreie Überleben wurde um rund zwei Monate verlängert. Die erhöhte Aktivität der innovativen Kombinationen resultierte zudem in einer relevanten Verbesserung des Gesamtüberlebens: In TREE 1 überlebten die Teilnehmer median 18 Monate – eine Zeitspanne, wie sie unter einer Polychemotherapie zu erwarten ist. In TREE 2 dagegen wurde erstmals beim metastasierten Koolrektalkarzinom ein medianes Überleben von zwei Jahren erreicht. Nicht überraschend war die Überlebenszeit unter bFOL plus Bevacizumab mit 20,7 Monaten am kürzesten. Dagegen überlebten mit FOLFOX plus Bevacizumab behandelte Patienten 26, mit XELOX plus Antikörper behandelte Patienten sogar 27 Monate. Die Kombinationen aus Biologikum plus Chemotherapie wurden insgesamt gut vertragen. Lediglich Hypertonien traten bei zusätzlicher Antikörper-Gabe häufiger auf.
Die TREE-Studien verdeutlichen, dass die neuen Regime zu langen progressionsfreien Intervallen führen, sodass sich auch die Therapiezeiten erheblich verlängern. Damit steigt aber auch das Risiko einer kumulativen Neurotoxizität durch Oxaliplatin. Deshalb wurden mittlerweile Konzepte entwickelt, um toxizitätsbedingte Therapieabbrüche zu vermeiden. Eine Möglichkeit ist die intermittierende Therapie, die in den OPTIMOX-Studien erprobt wurde. So hatte OPTIMOX 1 bereits zeigen können, dass Patienten ohne Einbuße an Effektivität nach sechs Zyklen FOLFOX auf eine Oxaliplatin-freie Erhaltungstherapie mit 5-FU/FS umgestellt werden können. Erst bei Progression oder nach insgesamt zwölf Therapiezyklen erhielten sie wieder das FOLFOX-Regime. In OPTIMOX 2 ging man noch einen Schritt weiter und legte nach sechs Zyklen FOLFOX eine völlige Therapiepause ein, berichtete Frédérique Maindrault-Goebel, Paris/Frankreich [Abstr. # 3504]. Die Effektivität wurde dadurch nicht beeinträchtigt: Die Zeit der Tumorkontrolle war mit 11,7 Monaten ähnlich lang wie im Vergleichsarm mit der OPTIMOX1-Strategie (12,9 Monate); auch die Ansprech- und Stabilisierungsraten waren vergleichbar. Der Vorteil für die Patienten ist darin zu sehen, dass ihnen 36% der Chemotherapie erspart werden kann. Gleichzeitig lassen sich so auch die Therapiekosten erheblich senken. arn
Berichte von der 42. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), Atlanta, Georgia/USA, 2.–6. Juni 2006. [Im Focus Onkologie 2005; 9(7-8): 52ff]
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mk, BSMO, 30. August 2006
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