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Was beeinflusst Lebensqualität und Sexualleben?
Wie steht es um Lebensqualität und Sexualleben nach Rektumexzision bzw. Radiotherapie? Dieser Frage ging eine große prospektive Studie nach.
Totale mesorektale Exzision und zusätzliche präoperative lokale Radiotherapie konnten das Risiko eines Lokalrezidivs beim Rektumkarzinom in den letzten Jahren signifikant reduzieren, jedoch zu Lasten von Lebensqualität und Sexualfunktion – so die Hypothese. Insgesamt 1.861 Rektumkarzinom-Patienten wurden in einer internationalen Multicenter-Studie randomisiert. Sie erhielten entweder präoperativ eine lokale Radiotherapie mit insgesamt 25 Gy oder nur eine Operation ohne vorhergehende Bestrahlung. Der Fragebogen zur Lebensqualität und den Sexualfunktionen und -empfindungen (Rotterdam Symptom Check List) wurde von den Patienten vor Behandlung, nach drei, sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten beantwortet. Ausgewertet wurden die Daten von 990 Patienten, die binnen zwei Jahren kein Rezidiv aufwiesen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität unterschieden sich im Wesentlichen nicht signifikant. Ausnahmen: In den drei Monaten nach Therapie ging es den Patienten ohne Strahlentherapie subjektiv besser. 24 Monate nach Therapie lag die fäkale Inkontinenzrate bei 51,3% in der Radiotherapie-Gruppe gegenüber 36,5% in der reinen Operationsgruppe.
Die sexuelle Aktivität nahm bei allen Behandelten ab. 24 Monate nach Radiatio und Operation waren noch 67% der Männer sexuell aktiv, nach Operation alleine immerhin noch 76%. Bei den Frauen waren es 72% bzw. 90%. Über sexuelle Dysfunktionen berichteten mehr Patienten nach Strahlentherapie.
Fazit: Die Strahlentherapie hat keinen wesentlichen Einfluss auf die langfristige Lebensqualität, wohl aber auf die Sexualfunktion. Dieses Risiko sollte mit den Patienten diskutiert werden. oj
Marijnen CAM et al. Impact of short-term preoperative radiotherapy on health-related quality of life and sexual functioning in primary rectal cancer: Report on a multicenter randomized trial. J Clin Oncol 2005; 23: 1847–58. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 7-8: 22)
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mk, BSMO, 10. November 2005
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