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Glaube hilft bei Verarbeitung von Therapiefolgen

  

Wie Patienten mit besonders belastenden Tumoren im Kopf- und Hals-Bereich zurechtkommen, darauf hat ihr religiöser Glaube einen Einfluss. Freiburger Kollegen haben das Ausmaß anhand von Fragebögen untersucht.



Während der Radiotherapie müssen Patienten mit Tumoren des Kopf- und Hals-Bereichs eine Reihe von Krankheitssymptomen und behandlungsbedingten Nebenwirkungen verarbeiten – darunter Schmerzen, Mukositis, Xerostomie, Dysphagie oder auch Sprachprobleme. Störungen ganz alltäglicher Funktionen – Sprache, Atmung oder Essen – sowie von sozialer Interaktion und emotionaler Ausdrucksfähigkeit lassen die Patienten oft stark unter ihrer Erkrankung leiden. Inwieweit ihnen dabei Glaube und Religion helfen können, haben Freiburger Kollegen untersucht.

Die Studie wurde mit prospektiv erhobenen Daten an einer Kohorte von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren durchgeführt, die in einer doppelblinden Multicenterstudie mit einer Strahlen­therapie und Epoetin beta oder Plazebo behandelt wurden. Gläubige (n = 41) und Nichtgläubige (n = 25) sollten während der Therapie insgesamt viermal Fragen zu ihrer Lebensqualität beantworten. Klinische Parameter und Nebenwirkungen der Therapie wurden laufend kontrolliert.

Für 40 Patienten konnten die Daten zu allen vier Messzeitpunkten ermittelt werden. Bezüglich aller erfassten Nebenwirkungen fühlten sich Gläubige über den gesamtem Zeitraum (vor, während und nach Strahlentherapie) besser als Nichtgläubige. So waren 48% der Gläubigen, aber nur 20% der Nichtgläubigen am Ende der Radiotherapie, wenn Nebenwirkungen gemeinhin am ausgeprägtesten sind, noch schmerzfrei. Sechs Wochen danach war dieser Unterschied zwischen beiden Gruppen aber wieder nivelliert. Auch hinsichtlich tatsächlich erlebter Nebenwirkungen (Mukositis, Dermatitis etc.) Schweregrad I-III gab es zwischen beiden Gruppen keinen Unterschied.

Ihr Lebensglück schätzen vor der Radiotherapie die Gläubigen höher ein als die Nichtgläubigen: 34 vs. 8% sagten, sie genössen ihr Leben. Im Verlauf und am Ende der Bestrahlung hatten sich die Zahlen etwas angeglichen, sechs Wochen nach der Radiotherapie aber zeigten sich die Nichtgläubigen mit 57% häufiger glücklich als die Gläubigen mit 47%. Zudem hatten die Gläubigen mehr Angst vor dem Tod (46 vs. 32%).

Fazit: Der religiöse Glaube scheint für Copingstrategien bei Strahlentherapiepatienten eine wichtige Rolle zu spielen. be

Becker G et al. Religious belief as a coping strategy. Strahlenther Onkol 2006; 182: 270–6. [Im Focus Onkologie 2006; 9(10): 42]

 
mk, BSMO, 30. November 2006


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