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Längeres Leben dank Psychotherapie
Die Allgemeinbevölkerung ist längst davon überzeugt, dass psychische Hilfe während einer Krebstherapie nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Überlebenschancen verbessert. 10-Jahres-Daten einer deutschen Studie belegen dies jetzt überzeugend.
In der Fachwelt ist die Wirkung psychosozialer Interventionen bis heute umstritten. Schon 1991 startete die chirurgische Abteilung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf daher eine Studie an Patienten mit gastrointestinalen Tumoren. Die Probanden der Verumgruppe erhielten während ihres stationären Aufenthalts psychotherapeutische Unterstützung. 1997 wurden die 5-Jahres-Daten veröffentlicht, denen zufolge die therapeutische Intervention mit besseren Überlebenschancen einherging. Nun liegen die 10-Jahres-Daten vor.
271 Patienten waren zwischen Januar 1991 und Januar 1993 randomisiert worden. Bei ihnen lag eine vorläufige Diagnose für einen Tumor von Ösophagus, Magen, Leber, Gallenblase, Pankreas, Kolon oder Rektum vor. Die Kontrollgruppe erhielt eine Standardbehandlung samt Operation, die experimentelle Gruppe bekam während ihres Krankhenhausaufenthalts zusätzlich psychotherapeutische Unterstützung. Zwischen Juni und Dezember 2003 wurde das 10-Jahres-Follow-up durchgeführt.
Die Überlebenskurven waren für die Psychotherapiegruppe signifikant besser: 29 der 136 Patienten lebten noch, in der Kontrollgruppe waren es nur 13 der 135 Patienten. Auch Cox-Regressionsmodelle, die TNM-Staging, Qualität der Resektion sowie Tumorlokalisation einbezogen, fanden nach zehn Jahren signifikante Unterschiede. Sekundäre Analysen ergaben, dass die Unterschiede zugunsten der experimentellen Gruppe bei Patienten mit primären Lebertumoren, kolorektalem Krebs oder mit Tumoren von Magen oder Pankreas auftraten.
Fazit: Patienten mit Tumoren von Magen, Pankreas, Kolorektum oder Leber scheinen von einer psychotherapeutischen Intervention so stark zu profitieren, dass sich ihre Überlebenschancen verbessern. Das steht im Einklang mit mehreren aktuellen Studien zur Psychoonkologie. Demzufolge ließen sich mit nicht einmal 1.000 Euro die Chancen verdoppeln, dass ein Patient nach zehn Jahren noch lebt. Be
Küchler T et al. Impact of psychotherapeutic support for patients with gastrointestinal cancer undergoing surgery: 10-year survival results of a randomized trial. J Clin Oncol 2007; 25: 2702–8. [Im Focus Onkologie 2007; 10(10): 28]
jum, bsmo, 01. März 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
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