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Nachkontrolle: Alle Möglichkeiten ausgeschöpft?

  

Nach Resektion eines kolorektalen Karzinoms ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig. Doch in welchem Ausmaß solche Kontrollen sinnvoll sind, ist noch nicht eindeutig in Studien belegt.




Eine spanische Studie randomisierte Patienten direkt nach Resektion eines kolorektalen Karzinoms im Stadium II oder III: 132 Patienten wurden regelmäßig befragt und klinisch untersucht, im Labor wurde v.a. CEA bestimmt. 127 Patienten wurden zusätzlich per Ultraschall (bei Kolonkarzinom) bzw. Computertomografie des Beckens (bei Rektumkarzinom) gescreent und koloskopiert.

Nach median 49 bzw. 45 Monaten war die Überlebenswahrscheinlichkeit in beiden Armen nicht signifikant unterschiedlich: In der intensiviert kontrollierten Gruppe verstarben 16% der Patienten, in der Kontrollgruppe 20% bei insgesamt kleinen Fallzahlen. Auch die Zahl der Rezidive war in beiden Armen vergleichbar, allerdings führte die intensivere Nachkontrolle häufiger zur Entdeckung resektabler Rezidive. Die Subgruppenanalyse zeigte einen Vorteil für Tumoren des Stadiums II und Rektumkarzinome, nicht aber Kolonkarzinome. Resezierbare Rezidive wurden am häufigsten koloskopisch entdeckt.

Ein Editorialist weist darauf hin, dass die Ergebnisse für beide Strategien der Nachbeobachtung Argumente liefern. Die Studie gibt aber einen Hinweis darauf, dass Kolon- und Rektumkarzinom möglicherweise unterschiedlicher Kontrollstrategien bedürfen.

Fazit: Eine intensivierte Nachkontrolle kann in den ersten fünf Jahren zumindest bei Stadium-II-Karzinomen und speziell bei Rektumkarzinomen die Prognose verbessern. Den Nutzen regelmäßiger Koloskopien in den ersten fünf Jahren nach Primärtherapie konnte die Studie bestätigen. FK

Rodríguez-Moranta F et al. Postoperative surveillance in patients with colorectal cancer who have undergone curative resection: A prospective, multicenter, randomized, controlled trial. J Clin Oncol 2006; 24: 386–93.
Editoiral. Goldberg RM. Intensive surveillance after stage II or III colorectal cancer: Is it worth it? Ibidem 330–1. [Im Focus Onkologie 2006; 9(6): 24]

 
mk, BSMO, 10. Juli 2006


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