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Privatversicherte leben länger Was in Deutschland noch moniert wird, ist in den USA längst gang und gäbe: Eine Zwei- bis Mehrklassenmedizin, abhängig vom Versichertenstatus. Was Krebserkrankungen betrifft, zeigen sich nicht nur klare Zusammenhänge mit der Versorgung, sondern auch mit den Überlebenschancen.
Fortschritte in Prävention, Früherkennung und Behandlung von Tumorerkrankungen haben in den USA zwischen 1991 und 2004 zu einem Rückgang der Krebstodesraten um beinahe 14% geführt. Allerdings profitieren nicht alle Bevölkerungsschichten in gleicher Weise von diesem Fortschritt. Denn manche der Unterschiede gehen auf einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung zurück. Eine kritische Schwelle scheint dabei der Zugang zu einer adäquaten Krankenversicherung zu sein. In einem Übersichtsartikel berichten US-Kollegen, wie sich der Versichertenstatus auf die Teilnahme an Screeningmaßnahmen, das Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose und die Überlebenschancen bei Mamma- und Kolonkarzinom auswirkt. Ihre Analysen basieren auf dem National Health Interview Survey und der National Cancer Data Base. Dabei war zum Beispiel die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen stark vom Versichertenstatus abhängig: Insgesamt hatten 67,9% aller Amerikanerinnen zwischen 40 und 64 Jahren in den vergangenen zwei Jahren eine Mammografie. Unter den Privatversicherten waren es aber 74,5%, unter den Medicaid-Versicherten 56,1% und unter den nicht Versicherten nur 38,1%. Einem kolorektalen Screeningtest unterzogen sich von allen 50- bis 64-Jährigen 44,2%, von den Privatversicherten 48,3%, von den Medicaid-Versicherten 39,6% und von den nicht Versicherten nur 18,8%. Brach eine Krebserkankung aus, waren die Überlebenschancen der Privatversicherten erheblich günstiger. Medicaid- und nicht Versicherte trugen ein 1,6-mal höheres Risiko, in den fünf Jahren nach Diagnose ihrer Krebserkrankung zu sterben als die Privatversicherten. Detailliertere Analysen für einzelne Krebserkrankungen bestätigen dies. Fazit: Wenn alle Amerikaner vom Fortschritt profitieren sollen, den der Zugang zu Krebsfrüherkennungsmaßnahmen von hoher Qualität, früher Tumordetekion und modernen Behandlungsoptionen bietet, dann muss besonderes Augenmerk auf die Bereitstellung einer adäquaten Krankenversicherung gelegt werden. be Ward E et al. Association of insurance with cancer care utilization and outcomes. CA Cancer J Clin 2008; 58: 9–31. [Im Focus Onkologie 2008; 11(4): 35]
rl, bsmo, 08. August 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
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