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Soziale Kompetenz unabhängiger Prognosefaktor
Nicht nur klinische Befunde, sondern auch Faktoren wie Lebensqualität beeinflussen die Lebenserwartung von Tumorpatienten. In einer großen Multicenter-Studie wurde der prognostische Wert der sozialen Fähigkeiten ausgewertet. In über 50 Studien wurde bereits die Bedeutung der Lebensqualität von Karzinom-Patienten für deren Überlebenszeit geprüft. Sie spielt eine wichtige Rolle als unabhängiger prognostischer Faktor für die weitere Lebensdauer. Einzelne spezifische Parameter der Lebensqualität stellten sich dabei als die besten Prädiktoren heraus. Die vorliegende Studie wurde von der European Organisation for Research and Treatment of Cancer, EORTC, (Chronotherapy Group) durchgeführt. 564 Patienten nahmen an der multinationalen Studie teil. Sie litten an einem histologisch gesicherten metastasierten Adenokarzinom des Kolons oder Rektums. Im Zentrum der Untersuchung standen verschiedene Parameter als unabhängige Prognosefaktoren für die Überlebenszeit. Der Erhalt sozialer Kompetenz - gemessen mit Items aus dem Lebensqualitäts-Score QLQ-C30 der EORTC - reduzierte die Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, signifikant um 6% (HR: 0,94). Mit jeder Abnahme um 10 Punkte der Skala nahm das Risiko für früheres Versterben um 6% zu. Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerz schlugen mit jeweils rund 10% zu Buche. Biometrische Daten zeigten jedoch deutlichere Ergebnisse: Die Zahl der Leukozyten (Cut-off bei 10.000/µl) und die alkalische Phosphatase (Cut-off bei 300 U/l) erhöhten die Wahrscheinlichkeit für einen früheren Tod um 31% bzw. 53%. Den größten Einfluss zeigte hier die Anzahl der einzelnen Tumorläsionen: Bei zwei oder mehr Läsionen war die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, um 90% erhöht. Fazit: Die soziale Kompetenz von Patienten mit einem metastasierten Kolorektalkarzinom hat einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensdauer. Allerdings sind klinische Befunde auf die Lebensdauer deutlich stärker ausschlaggebend. af Efficace F et al. Validation of patient’s self-reported social functioning as an independent prognostic factor for survival in metastatic colorectal cancer patients: Results of an international study by the Chronotherapy Group of the European Organisation for Research and Treatment of Cancer. J Clin Oncol 2008; 26: 2020–6. [Im Focus Onkologie 2008; 11(7-8): 18] phs, bsmo, 21. Oktober 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
![]() 21.04.2010 - Berlin Merck Serono Satellitensymposium: Interdisziplinäres Therapiemanagement von Patienten mit Metastasen eines kolorektalen Karzinoms 31.03.2010 - Bad Hersfeld Eine interdisziplinäre Herausforderung - Therapiestandards und neue Perspektiven |
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