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ASCO: Pankreaskarzinom: Gemcitabin mono bleibt Standard

  

Von der Vorstellung, beim metastasierten Pankreaskarzinom durch Kombination des Standards Gemcitabin mit anderen momentan verfügbaren Substanzen eine Überlebensverlängerung zu erreichen, muss man sich verabschieden.


Wie fast alle Kombinationsstudien in den letzten Jahren gingen auch die beiden auf dem diesjährigen ASCO vorgestellten Phase-III-Studien negativ aus. So waren die Überlebenszeiten in der Studie 80303 der Cancer and Leukemia Group B (CALGB) unter der Gemcitabin-Monotherapie mit 6,1 Monaten und im Kombinationsarm bei zusätzlicher Gabe von Bevacizumab mit 5,8 Monaten vergleichbar. Ähnliches gilt für 1-Jahres-Überlebensrate (20 vs. 18%) und progressionsfreies Überleben (4,7 vs. 4,9 Monate). Zudem waren Hypertonie und Proteinurie – typische Nebenwirkungen von Bevacizumab – mit der Kombination häufiger.

Auch die zusätzliche Gabe von Cetuximab zu Gemcitabin, die in der Studie S0205 der South West Oncology Group (SWOG) geprüft wurde, brachte keine Steigerung der Effektivität: Kombiniert behandelte Patienten überlebten nur einen halben Monat länger als Patienten im Kontrollarm; die postulierte Überlebens­verlängerung um 33% wurde also nicht erreicht.

Individualisierte Therapie gefordert
Beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom bleibt die Gemcitabin-Monotherapie zunächst Standard, resümierte Christophe Louvet, Paris/Frankreich, bei der Diskussion der Daten. Er hält es jedoch für möglich, die derzeitige Therapie durch individuelle Strategien für Patientensubgruppen optimieren zu können. So zeigen Subgruppenanalysen der CALGB-Studie 80303 ein unterschiedliches Outcome in Abhängigkeit von Tumorstadium und Performance-Status: Patienten mit metastasiertem Tumor überlebten nur 5,7 Monate, Patienten mit lokal fortgeschrittenem Tumor dagegen 9,9 Monate. Und: bei PS0 betrug die Überlebenszeit immerhin acht Monate; sie sank auf 4,8 Monate bei Patienten mit PS1 und auf nur 2,8 Monate bei einem PS2.

Ein differenziertes Vorgehen propagieren auch Volker Heinemann, München, und Mitarbeiter aufgrund ihrer Metaanalyse von 16 Studien beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom. Danach profitieren Patienten mit gutem PS von einer Gemcitabin-basierten Kombination mit einer Überlebensverlängerung um ein Drittel. Bei Patienten mit schlechtem PS bringen Kombinationen dagegen keinen Vorteil, sodass hier eine Gemcitabin-Monotherapie indiziert ist. Sinnvoll sind laut Heinemann et al. nur Gemcitabin-Kombinationen mit Platinderivaten oder Fluoropyrimiden, nicht aber mit anderen Zytostatika. arn

Bericht vom 43rd Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology vom 1.–5.6.2007 in Chicago, Illinois, USA. [Im Focus Onkologie 2007; 10(7-8l): 46]

 
mk, BSMO, 30. September 2007


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