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Luftleck abgedichtet – Krankenhaustage reduziert

  

Das prolongierte Luftleck gehört mit einer Prävalenz von bis zu 15% zu den häufigsten Komplikationen thoraxchirurgischer Eingriffe. In dieser prospektiven Studie untersuchte man, ob die Anwendung eines Dichtungsmittels sein Auftreten verhindern oder reduzieren kann.

Um Folgeproblemen wie verlängerter Immobilität und dem assoziierten Risiko von Infektionen, Empyem und Thromboembolien vorzubeugen, versucht man mit verschiedenen chirurgischen Techniken und Materialien, die Inzidenz der „air-leaks“ zu reduzieren. Versuche mit Fibrinkleber haben in der Vergangenheit widersprüchliche Ergebnisse gebracht – wobei die Studien zum Teil methodische Mängel aufwiesen und der Kitt beispielsweise unabhängig von Vorhandensein oder Schwere des Lecks eingesetzt worden war.
Der in verschiedenen chirurgischen Bereichen einsetzbare Kleber BioGlue® aus Glutaraldehyd und Rinder-Serum­albumin wird topisch aufgetragen, polymerisiert in kurzer Zeit und ist innerhalb von zwei Minuten voll belastbar.
Für die kontrollierte Studie, in der seine Effektivität getestet wurde, rekrutierte man 52 Patienten, in der Hauptsache Tumorpatienten, bei denen postoperativ Luftlecks mittels konventioneller chirurgischer Methoden (mit Nähten oder Diathermie) nicht geschlossen werden konnten. Sie wurden mit Hilfe eines ausgeklügelten Stratifizierungs- und Randomisierungs-Prozesses dem konventionellen oder dem interventionellen Arm zugewiesen. So konnte sichergestellt werden, dass die Patienten in den beiden Therapiearmen hinsichtlich des Schweregrads des Luftlecks gut vergleichbar waren.
Bei Patienten, deren Fistel verklebt worden war, bastand die Lecksituation einen Tag (versus vier Tage in der konventionell behandelten Gruppe; p < 0,001), die interkostale Drainage musste vier (versus fünf) Tage belassen werden und auch die mediane Dauer der stationären Behandlung konnte von sieben auf sechs Tage verkürzt werden (p = 0,004). Im experimentellen Arm registrierte man keine größeren Komplikationen.

Fazit: Biologische Kleber sind keine Alternative zur sorgfältigen, nach den Regeln der Kunst durchgeführten Chirurgie. Die Autoren halten aber den routinemäßigen Einsatz des Klebers für gerechtfertigt, sofern ein Luftleck intraoperativ anders nicht zu schließen ist. wpa

Tansley P et al. A prospective, randomized, controlled trial of the ­effectiveness of BioGlue in treating ­alveolar air leaks. J Thorac Cardiovasc Surg 2006; 132: 105–12. [Im Focus Onkologie 2007; 10(1-2): 21]

 
mk, BSMO, 14. März 2007


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