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Stereotaktische Radiatio inoperabler Tumoren
Dreidimensionale Bestrahlungsplanungssysteme kombiniert mit adäquater Immobilisierung ermöglichen den Einsatz der hoch fokussierten stereotaktisch geführten Strahlentherapie nicht nur bei Hirn-, sondern inzwischen auch bei Lungentumoren. So kann man die Strahleneinzeldosen steigern und dadurch die Gesamttherapiedauer deutlich verringern.
Ob eine Dosiseskalation mit erhöhter Tumorkontrolle korreliert, wurde in der vorliegenden Studie bei 20 funktionell inoperablen Patienten mit nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium I–II und 41 Patienten mit insgesamt 51 Lungenmetastasen solider Tumoren untersucht. Therapiert wurde mit einer stereotaktisch geführten, fraktionierten und eskalierenden Bestrahlung in Dosen von 3 x 10 Gy (n = 19), 3 x 12–12,5 Gy (n = 26) oder 1 x 26 Gy (n = 26). Patienten mit primären Bronchialkarzinomen wurden im Median elf, Patienten mit Lungenmetastasen im Median neun Monate nachbeobachtet.
Zwölf Monate nach der Therapie betrug die Kontrollrate bei primären Bronchialkarzinomen 92% und bei den Patienten mit Metastasen solider Tumoren 80%. Eine lokale radiogene Pneumonitis entwickelten nur 2 (3%) der Behandelten. Der positive Effekt der stereotaktischen Bestrahlung auf räumlich exakt definierte Zielvolumina ließ sich durch die Steigerung der Strahleneinzeldosen von 3 x 10 Gy auf 3 x 12 – 12,5 Gy oder 1 x 26 Gy signifikant erhöhen, ohne dass sich die Verträglichkeit der Behandlung verringerte (p = 0,038).
Das Gesamtüberleben nach einem bzw. zwei Jahren betrug für die NSCLC-Patienten 52 bzw. 32%, für die Patienten mit Lungenmetastasen 85 bzw. 33%. Keine systemische Progression nach einem Jahr hatten 60% der NSCLC- und 35% der Metastasen-Patienten erlitten.
Fazit: Die stereotaktische Radiotherapie ist eine wirksame Behandlungsoption bei Patienten mit inoperablen primären Bronchialkarzinomen und Lungenmetastasen solider Tumoren. Die Therapiestrategie erzielt hohe lokale Tumorkontrollraten bei guter Verträglichkeit. sw
Wulf J et al: Stereotactic radiotherapy for primary lung cancer and pulmonary metastases: A noninvasive treatment approach in medically inoperable patients. Int J Radiation Oncology Biol Phys 2004; 60: 186–96. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 1-2: 20)
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mk, 09. März 2005
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