Home Produkte   Kontakt Suche Sitemap
onkologiepartner.de 
Kolonkarzinom
 



Merck Portale
 
 
› Nutzungs-
bedingungen
› Impressum


Sie sind hier: Therapie > Kolonkarzinom > Chemoradiotherapie beim Rektumkarzinom: Vor der Operation ist besser als nachher

Versenden | Drucken

Chemoradiotherapie beim Rektumkarzinom: Vor der Operation ist besser als nachher

  

Um den Sinn der Bestrahlung beim lokal forgeschrittenen Rektumkarzinom ist viel gestritten worden. Gerade als 1990 eine Konsensuskonferenz der National Institutes of Health die postoperative adjuvante Chemoradiotherapie empfahl, häuften sich die Daten, die eine präoperative Behandlung favorisierten. Ein direkter Vergleich kommt jetzt aus Deutschland.

Die postoperative Chemoradiotherapie ist seit der Konsensuskonferenz von 1990 Standard beim lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom. In der jüngeren Vergangenheit wurden jedoch auch offenkundige Vorteile der präoperativen Radiotherapie berichtet: Sie wird nicht an einem Gewebe vorgenommen, das durch eine Operation bereits hypoxisch geworden ist. Auch können Tumore geschrumpft werden, sodass etwa der Schließmuskel besser erhalten werden kann. Die „German Rectal Cancer Study Group“ hat deshalb in einer multizentrischen Studie bei solchen Patienten eine präoperative Chemoradiotherapie mit einer postoperativen verglichen.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom wurden randomisiert. Sie befanden sich entweder im klinischen Stadium T3 bzw. T4 oder litten unter Lymphknotenbefall. Insgesamt erhielten 421 Patienten im Rahmen der Studie eine Chemotherapie vor der Operation. Sie bestand aus 50,4 Gy, welche in Fraktionen von 1,8 Gy pro Tag an fünf Tagen pro Woche verabreicht wurden. Zudem wurde während der ersten und der fünten Woche der Strahlentherapie Fluorouracil in einer kontinuierlichen intravenösen Infusion über 120 Stunden gegeben. Die Dosis betrug 1000 mg/m2 pro Tag. Sechs Wochen nach Abschluss der Chemoradiotherapie erfolgte die Operation, und einen Monat nach dem Eingriff folgten noch vier Fünf-Tages-Zyklen mit 500 mg/m2 Fluorouracil.
Bei der postoperativen Behandlungsgruppe, die aus 402 Patienten bestand, war die Chemoradiotherapie identisch. Allerdings wurde anfänglich mit einem Boost von 5,4 Gy bestrahlt.

Die Gesamtüberlebensraten nach fünf Jahren betrugen 76 bzw. 74%. Nach fünf Jahren lag die kumulative Inzidenz von Lokalrezidiven bei 6 bzw. 13%. Zu akuten Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 oder 4 kam es bei 27% der Patienten in der präoperativen Gruppe und bei 40% in der postoperativen Gruppe. Unter toxischen Spätfolgen litten 14 bzw. 24% der Probanden.

Fazit: Die präoperative Chemoradiotherapie konnte im Vergleich zum postoperativen Verfahren die lokale Kontrolle verbessern und die Toxizität senken. Das Gesamtüberleben wurde jedoch nicht günstig beeinflusst. be

Sauer R et al: Preoperative versus postoperative chemoradiotherapy for rectal cancer. N Engl J Med 2004; 351: 1731–40. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 1-2: 28)

 
mk, BSMO, 01. April 2005


Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich »



Benutzer:
Passwort:
Merck



  • Benutzerprofil ändern
  • Passwort vergessen?
 
Hörbuch - Podcast - Leben mit Darmkrebs - zuhören, begreifen, handeln


30. Deutscher Krebskongress
24.02.2012 - Berlin
Merck Serono SCCHN Satellitensymposium
Erfolgreiche Therapie von Kopf-Hals-Tumoren:
interdisziplinär - evidenzbasiert - multimodal
30. Deutscher Krebskongress
23.02.2012 - Berlin
Merck Serono mCRC Satellitensymposium
Personalisierte Erstlinientherapie des mCRC mit Cetuximab
› Seite empfehlen  › Seite drucken

© Merck Serono GmbH, Darmstadt, Deutschland