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Verlängerte Gemcitabin-Infusion ohne Vorteil

  

Mit wöchentlicher Gemcitabin-Gabe erzielt man einen kleinen, aber klinisch signifikanten Therapieerfolg beim fortgeschrittenen NSCLC. In dieser Phase-II-Studie wird untersucht, ob – bei Kombination des Antimetaboliten mit einem Taxan – eine längere Infusionsdauer einen Vorteil bringt.

Docetaxel eignet sich in Kombination mit Cisplatin zur First-line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC. Außerdem hat es bisher als einzige Substanz Wirksamkeit in Platin-resistenten Fällen bewiesen. Wegen in vitro gezeigten Synergien erscheint die Kombination des Taxans mit Gemcitabin interessant. Da die Effektivität dieses Prodrugs durch seine in mehreren Schritten ablaufende intrazelluläre Aktivierung limitiert ist, nimmt man an, dass nicht eine Dosiserhöhung, sondern eher eine längere Infusionsdauer seinen Effekt verbessern könnte.

Entsprechend konzipierte man dieses Protokoll aus 1.000 mg/m2 Gemcitabin, prolongiert über 100 Minuten verabreicht, plus 75 mg/m2 Docetaxel als 60-minütige Infusion. Gemcitabin wurde jeweils an den Tagen 1 und 8, Docetaxel am Tag 8 des 21-tägigen Zyklus gegeben.
Von den 50 in die Phase-II-Studie aufgenommenen Patienten befanden sich 60% im Stadium IV, die übrigen im Stadium IIIB. Im Mittel erhielten die Teilnehmer fünf Zyklen. Zwölf (26%) der 46 Patienten, deren Daten auswertbar waren, hatten eine partielle Remission; bei 19 blieb die Krankheit stabil, während sie bei 15 Patienten fortschritt. Die mediane Zeit bis zur Progression betrug vier Monate, das mediane Überleben sieben Monate.

Nach einem Jahr lebten noch 25% der Patienten. Die hauptsächlichen Toxizitäten des Grades 3 oder 4 waren Neutropenie mit einer vergleichsweise niedrigen Inzidenz von 12% sowie Asthenie, periphere Ödeme, Dyspnoe und Diarrhö – alle im einstelligen Prozentbereich.
Damit erwies sich dieses Regime als vergleichbar effektiv wie andere Schemata bei akzeptabler Verträglichkeit. Die verlängerte Infusionszeit brachte aber keinen Vorteil, weder hinsichtlich der Toxizität noch in Bezug auf das Ansprechen.

Fazit: Eine Ersttherapie aus Docetaxel/Gemcitabin ist insofern attraktiv als sie ohne Cisplatin auskommt und damit eine Option für Nierenkranke und ältere Patienten darstellt. Die verlängerte Infusionszeit für Gemcitabin scheint aber keinen Vorteil gegenüber der Kurzinfusion zu bieten. wpa

De Castro J et al. Phase II study of a fixed dose-rate infusion of
gemcitabine associated with docetaxel in advanced non-small-cell lung carcinoma. Cancer Chemother Pharmacol 2005; 55: 197–202. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 5: 18)

 
mk, BSMO, 10. Juni 2005


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