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Vor Lebermetastasenresektion laparoskopieren?
Wenn per Laparoskopie inoperable Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms ausgeschlossen werden könnten, würde das den Betroffenen einen großen Eingriff ersparen und sie könnten direkt der Chemotherapie zugeführt werden.
Eine retrospektive Analyse von Daten aus einer prospektiven Studie untersuchte, ob dieses Vorgehen als Standard vorteilhaft sein kann. Es wurden Ergebnisse von 276 Patienten, die vor der Lebermetastasenresektion (n = 264) oder vor Einsetzen einer Leberarterienpumpe (n = 12) laparoskopisch untersucht worden waren, ausgewertet. Der Erfolg der Laparoskopie wurde im Zusammenhang mit einem klinischen Risikoscore (CRS) bewertet, der folgende Faktoren einbezog und dafür jeweils einen Punkt vergab: nodal positiver Primärtumor, krankheitsfreies Intervall < 12 Monate, mehr als ein Lebertumor, Lebertumorgröße > 5 cm und ein Titer von mehr als 200 ng/ml des kardioembryonalen Antigens. Im Falle inoperabler Tumoren wurden Hospitalisationszeit und Dauer bis zur Einleitung der Chemotherapie erfasst.
Bei 26 Patienten, die für eine partielle Leberresektion vorgesehen waren und bei 4 Patienten, die eine Pumpe erhalten sollten, führte die Laparoskopie zu einem Verzicht auf eine Laparotomie. Der Risikoscore korrelierte gut mit den Ergebnissen der Bildgebung und den Laparoskopieergebnissen: Bei einem niedrigen Score profitierten die Patienten selten von der Laparoskopie, da sie kaum inoperable Metastasen hatten, bei einem höheren Score immer häufiger. Durch die laparoskopische Untersuchung verkürzte sich für Patienten mit inoperablen Metastasen der Klinikaufenthalt signifikant. Gleichzeitig wurde signifikant früher mit der Chemotherapie begonnen.
Fazit: Die Autoren sehen keinen Anlass für eine routinemäßige Laparoskopie aller Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen. Sinnvoll kann die Laparoskopie bei Vorliegen mehrerer Risikofaktoren zur Abklärung inoperabler Tumoren und früheren Einleitung der Chemotherapie sein. FK
Grobmyer SR et al. Diagnostic laparoscopy prior to planned hepatic resection for colorectal metastasis. Arch Surg 2004; 139: 1326–30. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 4: 25)
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mk, BSMO, 20. April 2005
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