 |
 |
|
 |
 |

Offene Operation besser für die Sexualfunktion?
Eine retrospektive Studie zur Blasen- und Sexualfunktion nach der Resektion von Rektumkarzinomen erregte Aufsehen: Laparoskopische Eingriffe führen anscheinend bei männlichen Patienten im höheren Maße zu sexuellen Dysfunktionen.
Was von diesem Studienergebnis zu halten ist, soll nun eine nachträgliche Analyse der CLASICC-Studie beantworten.
Im Rahmen der Conventional versus Laparoscopic-Assisted Surgery In Colorectal Cancer-Studie (CLASICC) analysierten Jayne et al. prospektiv erhobene Daten zur Blasen- und Sexualfunktion nach laparoskopischen und offenen Rektum- und Kolonresektionen. Hierzu füllten Patienten beiderlei Geschlechts standardisierte Fragebögen (QLQ-CR38) aus: vor der Operation sowie zwei Wochen, drei, sechs und 18 Monate danach. Zudem erhoben die Autoren mit weiteren Fragebögen nach der Operation Daten zur Prostatasymptomatik (I-PSS), Erektionsfunktion (IIEF) und weiblichen Sexualfunktion (FSFI).
Von 347 Patienten beantworteten 247 alle Fragebögen. Die statistische Analyse ergab, dass sich die Häufigkeit von Blasendysfunktionen (ca. 35%) nach laparoskopisch oder offener rektaler Resektion nicht unterschied. Die Sexualfunktionen insgesamt und die Erektionsfunktion im Besonderen verschlechterten sich bei Männern tendenziell häufiger, deren Rektumkarzinom laparoskopisch operiert worden war. Bei laparoskopischen Operationen war häufiger eine totale mesorektale Exzision (TME) vorgenommen worden. Und mit einer TME erhöhte sich das relative Risiko einer postoperativen Sexualdysfunktion bei Männern um den Faktor 6,38. Bei einem intraoperativen Wechsel von laparoskopischen zum offenen Eingriff stieg dieses relative Risiko um den Faktor 2,86. Bei weiblichen Patienten fanden sich keine Unterschiede in der postoperativen Blasen- und Sexualfunktion.
Fazit: Laparoskopische rektale Resektionen bei männlichen Krebspatienten führen tendenziell häufiger zu Beeinträchtigungen der Sexualfunktion. Ursache ist offenbar ein höhere Rate totaler Mesorektumexzisionen bei laparoskopisch operierten Patienten, da diese häufiger zu Schädigungen der autonomen Beckennerven führen. mbs
Jayne DG et al. Bladder and sexual function following resection for rectal cancer in a randomized clinical trial of laparoscopic versus open technique. Br J Surg 2005; 92: 1124–32. [Im Focus Onkologie 2006; 9(1–2): 27]
|
mk, BSMO, 10. April 2006
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich 
|
 |
 |


30. Deutscher Krebskongress
24.02.2012 - Berlin Merck Serono SCCHN Satellitensymposium Erfolgreiche Therapie von Kopf-Hals-Tumoren: interdisziplinär - evidenzbasiert - multimodal
30. Deutscher Krebskongress
23.02.2012 - Berlin Merck Serono mCRC Satellitensymposium Personalisierte Erstlinientherapie des mCRC mit Cetuximab

|
 |