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Fortgeschrittenes kolorektales Karzinom: Palliativtherapie verträglicher gestalten?

  

Alternativ zum weit verbreiteten Einsatz von 5-Fluorouracil in der Palliativtherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms könnte sich die Kombination Capecitabin mit Oxaliplatin etablieren. Das Prodrug in Verbindung mit dem Platin-Analogon in verträglicher Dosierung verspricht hohe Wirksamkeit bei besserer Verträglichkeit.

Die Erstdiagnose eines kolorektalen Karzinoms erfolgt meist im fortgeschrittenen Stadium mit manifester oder drohender Metastasierung. Noch vor wenigen Jahren war 5-Fluorouracil (5-FU) die einzige palliative Therapieoption für diesen Patientenkreis. Ein Überlebensvorteil ließ sich mit der Kombination Irinotecan/5-FU plus Leucovorin erzielen, jedoch bei generell schlechter Langzeitprognose. Mit der Einführung von Oxaliplatin stand eine weiteres vielversprechendes Regime zur First- oder Second-Line-Therapie zur Verfügung. Oxaliplatin/Capecitabin führt nach Ergebnissen von Phase-I-Studien zu besserer Akzeptanz beim Patienten.
Vorteil: Weniger intravenöse Interventionen und reduzierter Einsatz zentralvenöser Katheter.

Vor diesem Hintergrund wurden in einer US-amerikanischen Phase-II-Studie nicht vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom mit Oxaliplatin/Capecitabin behandelt. Die initial gewählte Tagesdosis von 2.000 mg/m2 Capecitabine über zwei Wochen im ersten Therapiezyklus wurde wegen Toxizität auf 1.500 mg/m2 reduziert. Die ersten 13 mit der hohen Dosis behandelten Patienten erreichten eine Responserate von 38,5%, ebenso viele mussten wegen Diarrhoe und Dehydration stationär behandelt werden.

Im zweiten Abschnitt unter reduzierter Capecitabin-Dosis kam es zu 37,1% partiellen Remissionen und einem medianen progressionsfreien Intervall von knapp sieben Monaten. Nur vier der 35 Patienten mussten stationär behandelt werden aufgrund von Diarrhoe/Dehydration; ein Todesfall war zu beklagen. Außerdem traten je einmal fiebrige Neutropenie und Herzrhythmusstörungen auf. Mit 1.500 mg/m2 Capecitabin entwickelten nur 20% der Patienten eine Grad-3/4-Diarrhoe, gegenüber 62% in der Hochdosis-Gruppe.

Fazit: Die Kombination Oxaliplatin/Capecitabin ist wirkungsvoll und bei angepasster Dosierung gut verträglich und sollte mit anderen Frontline-Therapien verglichen werden, raten die Autoren. (zi)

Shields AF et al: Treatment of advanced colorectal carcinoma with oxaliplatin and capecitabine. A phase II trial.
Cancer 100 (2004): 531–7.
Im Focus Onkologie 06 (2004)

 
hp, 15. Juli 2004


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