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Ein Schlüsselloch ist groß genug
Laparoskopische Operationstechniken taugen zur Resektion des Kolonkarzinoms ebenso gut wie der klassische offene Eingriff. Das belegt eine Analyse von knapp 900 Fällen aus fast 50 Institutionen.
Die Idee der minimal invasiven Chirurgie klang gut: Sollte sie doch durch winzige Löcher dasselbe erreichen, wofür die klassische Chirurgie große Schnitte macht und viel Blut vergießt. Doch nach der Einführung kam schnell Kritik auf: Der Ansatz könne die Überlebenschancen verschlechtern, weil exakte onkologische Resektion und adäquates Staging unmöglich seien, so die Kritiker. Auch könnten zurückbleibende Tumorreste schneller ein Rezidiv in der Wunde verursachen. Eine Evaluation der Ergebnisse im Rahmen einer kontrollierten Studie war indiziert.
Die Ergebnisse einer solchen Studie an 48 Institutionen mit 872 randomisierten Patienten liegen jetzt vor. Alle Patienten litten unter einem Adenokarzinom des Kolons und unterzogen sich einer Kolektomie, entweder klassisch oder laparoskopisch durch erfahrene Chirurgen. Das mediane Follow-up betrug 4,4 Jahre.
Nach drei Jahren war die Rezidivrate in beiden Gruppen ähnlich: 16% unter den laparoskopisch operierten Patienten, 18% in der klassichen OP-Gruppe. Beide Gruppen hatten in weniger als 1% der Fälle Rezidive in der Operationswunde.
Auch das Gesamtüberleben war nach drei Jahren in beiden Armen sehr ähnlich: 86% nach Laparoskopie, 85% nach offener Kolektomie. Keine signifikanten Unterschiede gab es auch in den Zeiten bis zum Auftreten eines Rezidivs.
Die Erholung nach der Operation gelang in der minimal invasiven Gruppe schneller: Die Patienten blieben im Median nur fünf Tage (gegenüber sechs nach dem klassischen Eingriff) im Krankenhaus. Auch mussten parenterale Narkotika im Durchschnitt nur drei statt vier Tage und orale Analgetika nur einen statt zwei Tage lang eingesetzt werden. Auch zu Komplikationen kam es in beiden Studienarmen in etwa gleich häufig.
Fazit: Dieser Studie zufolge ist die Laparoskopie eine adäquate Alternative zur offenen Kolektomie. Überleben, Rezidiv- und Komplikationsrate werden nicht negativ beeinflusst. 13 Jahre nach breiter Einführung werden die Ressentiments dagegen mehr und mehr verebben, postulieren Chirurgen von der Duke University in Durham in einem begleitenden Kommentar. Dazu trügen auch bessere Instrumente und Techniken bei. (be)
The Clinical Outcomes of Surgical Therapy Study Group: A comparison of laparoscopically assisted and open colectomy for colon cancer. N Engl J Med 350 (2004): 2050–9.Pappas TN et al. (Editorial): Laparoscopic Resection for Colon Cancer – The End of the Beginning. ibidem: 2091–2 (Im Focus Onkologie 7 (2004) 10: 20)
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mk, 03. November 2004
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