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Lebensqualität bei Behandlung mit Radiotherapie in Kombination mit Anti-EGFR-Antikörper
Die Addition von Cetuximab zur Radiotherapie bei Kopf-und Halstumoren verbessert die lokoregionale Kontrolle und steigert das Gesamtüberleben ohne die Lebensqualität negativ zu beeinflussen.
Die Ergebnisse einer von Bonner et al (NEJM 2006) veröffentlichten Phase III Studie zeigen, dass die Kombination von Cetuximab + RT im Vergleich zur alleinigen RT bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren zu einer signifikanten Verlängerung der lokoregionalen Tumorkontrolle und der Gesamtüberlebenszeit führt. In der jetzt veröffentlichten Analyse wurde der Frage nachgegangen, ob die gesteigerte Effektivität auf Kosten der Lebensqualität "erkauft" wird.
Für die groß angelegte Untersuchung wurden 424 Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren in zwei Gruppen randomisiert, von denen die eine nur die Standard-Radiotherapie erhielt und die andere zusätzlich mit Cetuximab behandelt wurde. Die Therapie mit Cetuximab erfolgte in der üblichen Dosierung von initial 400 mg/m2 gefolgt von wöchentlichen Infusionen à 250 mg/m2 und wurde eine Woche vor der Bestrahlung begonnen. Die Lebensqualität der Patienten wurde anhand zweier validierter, multidimensionaler Fragebögen der „European Organisation for Research and Treatment of Cancer“ (EORTC) beurteilt, dem QLQ-C30 und dem sogenannten Kopf-Hals-Modul QLQ-H&N35.
Die lokoregionale Tumorkontrolle betrug unter Cetuximab/Radiotherapie durchschnittlich 24,4 Monate, das Gesamtüberleben 49 Monate. Bei alleiniger Bestrahlung waren beide Zeiträume mit 14,9 bzw. 29,3 Monaten signifikant kürzer.
Mit Ausnahme von Akne-artigen Hautausschlägen und direkten Reaktionen auf die Cetuximab-Infusion war die Inzidenz von Nebenwirkungen in beiden Studienarmen vergleichbar. Die Häufigkeit üblicher Nebenwirkungen der Radiotherapie wie z.B. Mucositis, Xerostomie oder Dysphagie wurde durch die Gabe von Cetuximab nicht signifikant erhöht.
Bei nahezu allen untersuchten Parametern der Lebensqualität war während der ersten Monate der Therapie eine vorübergehende Verschlechterung zu verzeichnen. Die Werte besserten sich jedoch und erreichten nach 12 Monaten ungefähr wieder das Ausgangsniveau. Dieser Trend galt für alle Patienten. Geringfügige Unterschiede zwischen den Patientengruppen, die zu Beginn der Studie bestanden hatten, wurden während der Zeit der Untersuchung aufrechterhalten. Die Gabe von Cetuximab schien also die Entwicklung der Lebensqualität nicht signifikant zu beeinflussen.
Fazit: Bei gleichzeitiger signifikanter Verlängerung der lokoregionalen Tumorkontrolle und der Gesamtüberlebenszeit scheint die Therapie mit Cetuximab zusätzlich zur Radiotherapie keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Lebensqualität von Patienten mit lokal fortgeschrittenem SCCHN zu haben. Dies erscheint wichtig, da der auf die Lebensqualität bezogene allgemeine Gesundheitszustand („global health status/QoL scale“) in dieser und in früheren Untersuchungen als prognostischer Faktor eine Rolle zu spielen schien.
Quelle: Curran D et al.: Quality of Life in Head and Neck Cancer Patients After Treatment With High-Dose Radiotherapy Alone or in Combination With Cetuximab. J Clin Oncol 25:2191-2197.2007
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mk, BSMO, 01. August 2007
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