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Kopf-Hals-Tumoren: Ein bisschen Speichel reicht

Neue Bestrahlungstechniken mindern die Kollateralschäden gerade bei Patienten mit Tumoren im empfindlichen Kopf-Hals-Bereich. Hier kann die Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) Schaden von den Speicheldrüsen abhalten – und dadurch auch von der Lebensqualität der Patienten?

Seit einigen Jahren hat sich die Radiotherapie von Kopf- und Hals-Tumoren verändert: Die IMRT hat Einzug gehalten. Mit ihr kann das Zielvolumen besser abgedeckt und das umliegende, radiosensitive Gewebe geschont werden. Bei der konventionellen Radiotherapie werden dagegen häufig die Speicheldrüsen geschädigt und – so die allgemeine Annahme – damit auch die Lebensqualität der Patienten, die unter Mundtrockenheit leiden. Welchen Einfluss eine verminderte Speichelproduktion tatsächlich auf die Lebensqualität der Patienten hat, wollten kanadische Kollegen wissen – und erlebten eine Überraschung.

Für ihre Studie wurden binnen vier Jahren 188 Datensätze von 47 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Kopf- und Halsbereichs generiert. Die Patienten hatten zuvor noch keine Bestrahlung erhalten; im Laufe der Studie bekamen sie eine IMRT, in deren Folge die Speichelproduktion und auch die mittlere Lebensqualität signifikant sank. 

Drei bis zwölf Monate nach der Behandlung zeigten beide Parameter allerdings bereits wieder Erholung. Zwölf Monate nach der Bestrahlung waren die Lebensqualitätsscores auf das Ausgangsniveau zurückgekehrt. Dabei war die mittlere Speichelproduktion (nach Stimulation mit zweiprozentiger Zitronensäure) zu diesem Zeitpunkt weiterhin 58% unter dem Ausgangswert. 

Fazit: Nach einer IMRT sank bei Patienten mit Tumoren des Kopf- und Hals-Bereichs die Lebensqualität, doch sie erholte sich binnen zwölf Monaten wieder. In dieser Zeit fand sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Lebensqualität und der Speichelproduktion. Womöglich ist ein geringer Funktionserhalt der Speicheldrüsen ausreichend, um negative Auswirkungen auf die Lebensqualität zu verhindern. Be
 
Scrimger R et al. Correlation between saliva production and quality of life measurements in head and neck cancer patients treated with intensity-modulated radiotherapy. Am J Clin Oncol 2007; 30: 271–7. [Im Focus Onkologie 2007; 10(11): 18]


jum, bsmo, 17. Februar 2008

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