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Nach Neck-Dissection Botulinumtoxin?
Chronische neuropathische Schmerzen nach Neck-dissection bei Kopf-Hals-Tumoren lassen sich durch Botulinumtoxin A deutlich reduzieren. In einer Phase-II-Studie wurde nach der optimalen Dosierung gesucht. Botulinumtoxin A wird bei einer ganzen Reihe von Schmerzzuständen im Kopf-Hals-Bereich eingesetzt. Es wirkt durch Blockade überschießender Azetylcholin-Freisetzung aus den motorischen Endplatten. Möglicherweise hemmt es auch die Ausschüttung von Schmerz-Transmittern wie Substanz P.
In die offene, prospektive Dosisfindungsstudie wurden 23 Patienten mit mindestens ein Jahr andauernden neuropathischen Schmerzen nach Neck-dissection einbezogen. Sie erhielten entweder eine niedrige (10 Mauseinheiten [MU] pro 0,1 ml Kochsalzlösung, n = 13) oder eine hohe Dosis Botulinumtoxin A (20 MU pro 0,1 ml) subkutan mit acht bis 12 Einzelinjektionen à 0,1 ml in das Zielgebiet. Schmerzen und Lebensqualität wurden an Tag 0 und 28 mit visuellen Analogskalen (VAS) bzw. zwei EORTC-Lebensqualitätsfragebögen (allgemeine und krankheitsspezifische Lebensqualität) beurteilt. Insgesamt war die Behandlung gut verträglich. Zwei Patienten der Hochdosisgruppe (Gesamtdosis bei beiden 240 MU) klagten über eine Schwäche der Nackenmuskulatur, die nach etwa acht Wochen wieder verschwand. Bei Patienten der Niedrigdosisgruppe ergab sich auf der VAS eine signifikante Schmerzreduktion von 4,3 an Tag 0 auf 3,0 an Tag 28 (p < 0,05). In der Hochdosis-Gruppe zeigten sich dagegen keine signifikanten Schmerzveränderungen. Die Lebensqualität verbesserte sich tendenziell unter der niedrigen Botulinumtoxin-Dosis.
Fazit: Niedrigdosiertes Botulinumtoxin A ist wirksam zur Linderung chronischer neuropathischer Schmerzen nach Neck-dissection bei Kopf-Hals-Tumorpatienten. Sein Stellenwert in der Therapie persistierender neuropathischer Schmerzen nach Neck-dissection sollte anhand größerer Studien überprüft werden. bk
Wittekindt C et al. Botulinum toxin A for neuropathic pain after neck dissection: A dose-finding study. Laryngoscope 2006; 116: 1168–71. [Im Focus Onkologie 2006; 9(12): 24]
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rw, BSMO, 30. Dezember 2006
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