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Neoadjuvante Chemotherapie nur bei inoperablen Patienten sinnvoll

  

Kopf-Hals-Tumoren in fortgeschrittenen Stadien sind meist inoperabel und haben eine schlechte Prognose. Nun wurde untersucht, ob eine Chemotherapie mit ­Cisplatin und 5-Fluoruracil vor der loko­regionalen Therapie langfristig die Überlebens­chancen von Patienten mit Plattenepithelkarzinom ­verbessert.

Einer lokoregionalen Therapie, die bei operablen Patienten einen chirurgischen Eingriff plus Strahlentherapie und bei inoperablen Patienten lediglich eine Strahlentherapie beinhaltete, unterzogen sich 237 Patienten mit nicht metastasierten Kopf-Hals-Tumoren im Stadium III oder IV. Die Hälfte der Patienten (Gruppe A) erhielt vorher eine neoadjuvante Chemotherapie mit vier Zyklen Cisplatin (100 mg/m² an Tag 1) und 5-Fluoro­uracil (1.000 mg/m² für fünf Tage), die andere Hälfte (Gruppe B) erhielt keine Chemotherapie. Der Anteil inoperabler Patienten lag in Gruppe A bei 71,2%, in Gruppe B bei 73,1%.

Das Gesamtüberleben lag bei den Patienten mit neoadjuvanter Chemotherapie nach fünf Jahren bei 23%, nach zehn Jahren bei 19%, ohne Chemotherapie bei 16% bzw. 9%; die Unterschiede waren nicht signifikant.

Die Langzeitergebnisse unterschieden sich jedoch bei operablen und nicht operablen Patienten. So brachte die Chemotherapie bei operablen Patienten keine signifikante Verbesserung, bei inoperablen Patienten verlängerte sie das Überleben jedoch signifikant. Bei ihnen betrugen die 5-Jahres-Überlebensraten 21% vs. 8% und die 10-Jahres-Über­lebensraten 16% vs. 6%.

Fazit: Die neoadjuvante Chemotherapie stellt einen viel versprechenden Ansatz für Patienten mit fortgeschrittenen, in­operablen Kopf-Hals-Tumoren dar, jedoch nicht für Patienten, deren Kopf-Hals-Tumor noch operiert werden kann. jn

Zorat PL et al. Randomized phase III trial of neoadjuvant chemotherapy in head and neck cancer: 10-year follow-up. J Natl Cancer Inst 2004; 96: 1714–7. (Im Focus Onkologie 8 (2005) 7-8: 18)

 
mk, BSMO, 15. August 2005


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