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Radiochemotherapie tendenziell besser
Zur Verbesserung der Prognose lokal fortgeschrittener Oropharynxkarzinome wurde neben einer hyperfraktionierten akzelerierten Bestrahlung auch die kombinierte Radiochemotherapie als Option getestet. Nun liegen die Langzeitergebnisse der Studie vor.
In die dreiarmige randomisierte Untersuchung wurden von 1993 bis 1998 insgesamt 192 unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Oropharynx aufgenommen. Als Kontrollarm (RT) diente die konventionelle Strahlentherapie mit 66–70 Gy in 33–35 Fraktionen über sechseinhalb bis sieben Wochen. In Vergleichsarm (HART) erhielten die Patienten eine hyperfraktionierte akzelerierte Bestrahlung mit 64–67,2 Gy in zwei Fraktionen pro Tag (1,6 Gy) mit einer zweiwöchigen Pause nach 38,4 Gy. Patienten im kombinierten Radiochemotherapiearm (RTCT) bekamen zusätzlich zur konventionellen Bestrahlung noch drei Chemotherapiezyklen mit Carboplatin und 5-Fluorouracil (75 mg/m2 Carboplatin und 1000 mg/m2 5-Fluorouracil i.v. an den Tagen 1–4 alle 4 Wochen).
Nach fünf Jahren war kein statistisch signifikanter Unterschied in den Überlebensraten aller drei Behandlungsarme festzustellen (RT: 21%, HART: 21%, RTCT: 40%; p = 0,39). Das gleiche galt auch für das rezidivfreie 5-Jahres-Überleben (RT: 15%, HART: 17%, RTCT: 36%). Lediglich bei der lokalen Tumorkontrolle zeigte sich ein tendenzieller Vorteil für die RTCT (p = 0,07). Der Anteil an Patienten ohne Lokalrezidiv lag nach fünf Jahren bei 21% (RT), 18% (HART) bzw. 48% (RTCT). Außerdem zeigte sich bei insgesamt 85% der Patienten nach fünf Jahren noch kein Zweittumor. Fernmetastasen traten in allen drei Behandlungsarmen ähnlich häufig auf, wobei es sich im RTCT–Arm tendenziell häufiger um isolierte Fernmetastasen handelte (RTCT: 8/11, RT u. HART: 7/23). Unter der RTCT litten etwas mehr Patienten unter Haut- und Mukosareaktionen (≥ Grad 3), obwohl Spätfolgen relativ ungewöhnlich und die Mukositis meist vorübergehend waren.
Fazit: Bei fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen im Oropharynx werden das rezidivfreie, das Gesamtüberleben und die lokale Tumorkontrollrate nach fünf Jahren unter RTCT verdoppelt, auch wenn dieser Effekt (wohl wegen der geringen Patientenzahlen) nicht signifikant war. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren für Patienten, die aus medizinischer Sicht für den kombinierten Ansatz in Frage kommen, die RTCT. aro
Fallai C et al. Long-term results of conventional radiotherapy versus accelerated hyperfractionated radiotherapy versus concomitant radiotherapy in locoregionally advanced carcinoma of the oropharynx. Tumori 2006; 92:41–54. [Im Focus Onkologie 2006; 9(10): 23]
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mk, BSMO, 26. November 2006
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