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Vitamine möglicherweise mit Nebenwirkung

  

Antioxidanzien können tatsächlich die adversen Begleiterscheinungen einer Radiotherapie im Kopf- und Hals-Bereich lindern. Aber sie scheinen sich eher negativ auf das Rezidivrisiko auszuwirken.




Viele Krebspatienten nehmen Vitamine als Antioxidanzien ein, weil sie hoffen, dadurch die Ergebnisse konventioneller Therapien zu verbessern und Nebenwirkungen zu minimieren. Kanadische Kollegen wollten in einer randomisierten Studie herausfinden, ob diese Vitamin-Supplemente tatsächlich die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen. Dabei richteten die Mediziner ihr Augenmerk auf Nebenwirkungen und Lebensqualität infolge einer Radiotherapie bei Patienten mit Tumoren im Kopf- und Hals-Bereich.

540 Patienten wurden bestrahlt und in zwei Arme randomisiert. Während der Radiotherapie und drei Jahre danach sollten sie 400 IU/d α-Tocopherol und 30 mg/d -Carotin oder aber Plazebo erhalten. Noch im Verlauf der Studie wurde die Supplementierung mit -Carotin allerdings ausgesetzt, weil eine Studie an Rauchern gezeigt hatte, dass das Lungenkrebsrisiko durch große Mengen -Carotin offenbar ansteigt.

Die Patienten im Vitamin-Arm schienen weniger häufig unter akuten Nebenwirkungen der Bestrahlung zu leiden. Das war statistisch signifikant, wenn die Gesamtnebenwirkungen im gesamten Körper betrachtet wurden (OR = 0,38) oder aber die adversen Reaktionen im Larynx-Bereich (OR = 0,38). Die Lebensqualität wurde durch die Vitamine allerdings nicht verbesert. Die Zahl der Lokalrezidive schien im Supplementarm sogar höher zu sein als im Plazebo-Arm (Hazard Ratio = 1,37). Von den 267 Patienten im Plazebo-Arm lebten nach vier Jahren noch 177 rezidivfrei, von den 273 im Supplement-Arm waren es 153.

Über Nebenwirkungen durch die Antioxidanzien berichteten 42% der Patienten in der Verumgruppe und 16% der Plazebo-Probanden. 13 Teilnehmer litten unter eine Gelbfärbung der Haut vom Grad 1, sechs Patienten vom Grad 3.

Fazit: Hohe Dosen α-Tocopherol und -Carotin während einer Radiotherapie können offenbar die Nebenwirkungen mildern. Doch gleichzeitig scheinen die hohen Vitamindosen die Wirkung der Bestrahlung herabzusetzen und so Lokalrezidive zu beschleunigen. be

Bairati I et al. Randomized trial of antioxi­dant vitamins to prevent acute adverse effects of radiation therapy in head and neck cancer patients. J Clin Oncol 2005; 23: 5805–13. [Im Focus Onkologie 2006; 9(1–2): 17]
 
mk, BSMO, 07. April 2006


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