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Kein Vorteil für adjuvante Chemotherapie?

  

Welchen Nutzen bietet eine adjuvante Chemotherapie zusätzlich zur radikalen Gastrektomie bei Risikopatienten? Eine italienische Studie mit 7-Jahres-Follow-up sollte diese Frage klären.




Magenkarzinome sind europaweit die vierthäufigste Todesursache bei malignen Erkrankungen. Auch nach Resektionen mit kurativer Intention treten häufig Lokalrezidive oder Fernmetastasen auf. Mehrere Metaanalysen beziffern den zusätzlichen Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie auf 3–5% bei den 5-Jahres-Überlebensraten. In einer Studie der Italian Trials in Medical Oncology Group wurden 274 Patienten mit Magenkarzinom (Lymphknotenbefall oder T3–T4) nach erfolgter radikaler Gastrektomie (einschließlich D2-Lymphadenektomie) randomisiert auf zwei Gruppen verteilt. Die Patienten der ersten Gruppe unterzogen sich einer Chemotherapie nach dem EAP-Schema (Etoposid, Doxorubicin, Cisplatin) mit nachfolgender Gabe von 5-FU. Patienten der Kontrollgupe erhielten keine Chemotherapie.

Die geschätzte 7-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug in der Chemotherapie-Gruppe 49,1%, in der Kontrollgruppe 47,2%. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Auch die Raten für lokale Rezidive (14,3 vs. 17,3%) und für Metastasierung (33,6 vs. 35,8%) waren nicht signifikant unterschiedlich.

Es zeigte sich eine hochsignifikante Korrelation zwischen der Anzahl der betroffenen Lymphknotenstationen (pN2,3 verglichen mit pN0,1) und der Ausbildung von Fernmetastasen. Das Metastasierungsrisiko lag ebenfalls höher, wenn der Primärtumor im oberen Magendrittel gelegen war. Gleiches galt für den Zusammenhang von Tumorgröße und der Entwicklung von Lokalrezidiven: Hier traten hochsignifikant mehr Rezidive bei Primärtumoren der Stadien pT3 und pT4 auf.

Fazit: Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom profitieren kaum von einer adjuvanten Chemotherapie zusätzlich zur radikalen Gastrektomie. Lymphknotenstatus und Metastasierungsrisiko sowie Tumorgröße und die Wahrscheinlichkeit eines Lokalrezidivs sind jeweils eng miteinander vergesellschaftet. af

Buzzoni R et al. Pathological features as predictors of recurrence after radical resection of gastric cancer. Br J Surg 2006; 93: 205–9. [Im Focus Onkologie 2005; 9(7-8): 24]

 
mk, BSMO, 11. September 2006


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