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Stress unter Radiotherapie: Help yourself?
Bestrahlte Patienten profitieren von psychosozialen Interventionen. Wegen der hohen Kosten professioneller Betreuung wird untersucht, ob Patienten effektives Stressmanagement unter eigener Regie durchführen können. Mindy M. Krischer et al. untersuchten das randomisiert an 310 erwachsenen Patienten, die an 21 amerikanischen Zentren wegen einer Krebserkrankung innerhalb von 21 Tagen mindestens zwölf Bestrahlungen erhalten sollten. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 61 Jahre alt, zu über 70% Frauen, und nur etwa 11% schilderten signifikante körperliche Beschwerden. Patienten im Kontrollarm erhielten die übliche psychosoziale Betreuung an dem Zentrum, an dem die Radiotherapie durchgeführt wurde. Im Studienarm erhielten die Patienten ein Audio- und ein Videoband sowie ein zwölfseitiges Heft zu Stressmanagement-Strategien. Außerdem wurden sie in einem 5-minütigen Gespräch mit einer Schwester in Art und Zweck der Strategien eingewiesen, die sie ohne professionelle Begleitung anwendeten. Der Einfluss der Interventionen in Kontroll- und Studiengruppe auf die Lebensqualität wurde vor Studienbeginn sowie eine, zwei und drei Wochen nach Beginn der Radiotherapie evaluiert. Unter dem zusätzlichen Stressmanagement-Training reduzierten die Patienten ihre psychologische Belastung nicht signifikant stärker als unter der üblichen psychosozialen Betreuung, wie die Auswertung des Medical Outcomes Study 36-Item Short Form (SF-36) Mental Component Summary Scale zeigte. Die Subgruppe der Patienten allerdings, die nach der ersten Radiotherapie überdurchschnittlich großen Stress empfanden, d.h. einen Score von ≤ 50 hatten, berichteten eine signifikante Besserung ihrer Stresssymptome. Patienten, die psychologisch höchstens durchschnittlich stark litten, profitierten von der im Therapiearm untersuchten Intervention nicht. Fazit: Stressmanagement-Verfahren ohne professionelle Betreuung sollte Patienten vorbehalten bleiben, die während einer Radiotherapie unter erhöhtem Stress leiden. Diese Patienten sollten außerdem engmaschig überwacht werden, um sie in der Stressbewältigung nötigenfalls zusätzlich zu unterstützen. ish rl, bsmo, 04. August 2008 Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich |
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