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Haifischknorpel bei fortgeschrittenem Karzinom?

  

Eine mystische Aura umgibt den Haifischknorpel: Erklärt der hohe Knorpel­anteil bei diesen Fischen deren geringes Krebsrisiko? Wenn ja: Können Karzinompatienten durch Zufuhr von Haifischknorpel dann profitieren? Eine klinische Studie ging diesen interessanten Hypothesen nach.

Konzipiert wurde die zweiarmige randomisierte, plazebokontrollierte, doppelblinde klinische Studie von einer amerikanischen Arbeitsgruppe. Patienten mit unheilbarem austherapierten Mamma- oder Darmkarzinom, deren Allgemeinzustand als gut galt und deren Leberfunktion noch intakt war, nahmen teil und erhielten entweder ein Produkt mit Haifischknorpel oder Plazebo – dieses drei- bis viermal am Tag. Untersucht wurden Gesamtüberleben, Nebenwirkungen und Lebensqualität.

Ein wichtiges erstes Ergebnis: Die Compliance bezüglich der Wirkstoff- oder Plazeboeinnahme war schlecht. Bereits eine Woche nach Therapiebeginn brachen in beiden Gruppen nicht wenige Patienten die Studie ab. Nach einem Monat waren noch ca. 50% der Patienten in beiden Studienarmen verbleiben. Lediglich 10% beendeten den Therapieversuch und nahmen über volle sechs Monate das Verum oder das Plazebo. Auch die klinischen Ergebnisse sprechen für sich: Hinsichtlich des primären Studienendpunktes, des Gesamtüberlebens, gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied. Auch hinsichtlich des sekundären Studienendpunktes, der Lebensqualität, konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede ermittelt werden. Nebenwirkungen unter Knorpeltherapie waren Durchfall, Luftnot, Leukopenie, Neutropenie sowie Knochenschmerzen, allerdings handelte es sich um Einzelfälle.

Fazit: Die Ergebnisse dieser Untersuchung können einen klinischen Nutzen von Haifischknorpel nicht belegen. Das heißt nicht notwendig, das Haifischknorpel oder ein Produkt davon nicht zukünftig eine Rolle spielen könnte. oj

Loprinzi CL et al. Evaluation of shark cartilage in patients with advanced cancer. Cancer 2005; 104: 176–82. [Im Focus Onkologie 2005; 8(12): 40]

 
mk, BSMO, 06. März 2006


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