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Heparin gegen ZVK-bedingte Infektion
Venenkatheterinduzierte Infektionen sind ein schwerwiegendes Problem bei immunsupprimierten Patienten. Heparin könnte als Prophylaxe zur Verhinderung solcher Komplikationen in Frage kommen.
In Hämatologie und Onkologie werden häufig zentrale Venenkatheter (ZVK) verwendet, die zu schwerwiegenden Blutstrominfektionen (BSI) führen können. Ursache dafür könnte die Bildung einer Fibrinschicht auf der Oberfläche des Katheters sein, die eine Besiedlung mit Bakterien begünstigt. Eine randomisierte Studie untersuchte nun, ob die prophylaktische Gabe von niedrig-dosiertem, unfraktioniertem Heparin sich zur Prävention ZVK-bedingter Infektionen eignet, weil Heparin indirekt die Entstehung von Fibrin aus Fibrinogen hemmt.
Insgesamt 208 Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen, die einen ZVK gelegt bekommen hatten, wurden in die Untersuchung aufgenommen. Sie erhielten in Form einer Dauerinfusion täglich entweder 100 U/kg unfraktioniertes Heparin oder 50 ml Kochsalzlösung. Die Heparin-Prophylaxe wurde bis zum Tag der Entlassung bzw. bis zur Entfernung des ZVKs durchgeführt. Die Definition einer Katheter-bedingten BSI erfolgte in Anlehnung an die Leitlinien der Infectious Disease Society of America. Bei 6,8% der Patienten, die mit Heparin behandelt wurden, trat eine BSI auf, in der Kontrollgruppe bei 16,6%. Für die Entstehung ZVK-bedingter BSI lagen keine weiteren Risikofaktoren vor. Heparin-induzierte Thrombozytopenien wurden nicht beobachtet. Schwerwiegende Blutungen traten bei vier Heparin-behandelten und fünf Patienten der Kontrollgruppe auf (p = 0,2).
Fazit: Die Verwendung einer Dauerinfusion mit niedrig-dosiertem, unfraktioniertem Heparin (100 U/kg pro Tag) stellt bei Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen einen praktikablen und ökonomischen Präventionsansatz dar, mit dem BSI, die durch zentrale Venenkatheder verursacht werden, verhindert werden können. aro
Abdelkefi A et al. Randomized trial of prevention of catheder-related bloodstream infection by continuous infusion of low-dose unfractionated heparin in patients with hematologic and oncologic disease. J Clin Oncol 2005; 23: 7864–70. [Im Focus Onkologie 2006; 9(4): 38]
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mk, BSMO, 14. Mai 2006
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