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Neck Dissection oder kontrolliertes Abwarten nach Bestrahlung?
Oropharyngeale Plattenepithelkarzinome mit Lymphknotenbeteiligung können alternativ zur primär chirurgischen Behandlung auch zunächst bestrahlt werden. In einer amerikanischen Fallstudie wurde nach gutem Ansprechen auf die primäre Bestrahlung auf die übliche Neck DIssection verzichtet – unter engmaschiger Kontrolle.
Untersucht wurden 36 Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der Tonsillagrube mit nodaler Beteiligung (N2-3). Sie hatten als primäre Therapie im Krebszentrum von San Franzisko eine Bestrahlung und teilweise eine gleichzeitige platinhaltige Chemotherapie (n = 21) erhalten. Sechs bis acht Wochen nach Abschluss wurde das Ansprechen, unterstützt durch eine Computertomographie, beurteilt. 15 Patienten erreichten eine komplette Remission (kein sichtbarer Tumorrest, keine palpablen Lymphknoten im Hals), 17 eine partielle (Tumorrest oder Tastbefund vorhanden). Ein Patient sprach nicht auf die Therapie an, drei waren nicht auswertbar. Während die Patienten mit partiellem Ansprechen operiert wurden, erfolgte bei denen mit kompletter Remission lediglich eine engmaschige Kontrolle. Vier davon entwickelten ein Rezidiv, davon nur zwei lokal. Zwei der Patienten starben an anderen Ursachen, ohne vorher ein Rezidiv entwickelt zu haben. Das Gesamtüberleben in dieser Gruppe lag nach drei Jahren bei 48%, die regionale Kontrollrate bei 78%. Daher plädieren die Autoren für ein weniger invasives Vorgehen bei Patienten, die auf eine primäre Radio- oder Radiochemotherapie gut ansprechen, wenn eine engmaschige Kontrolle gewährleistet ist.
Fazit: Aufgrund der kleinen Fallzahl muss man das Ergebnis vorsichtig bewerten. Größere randomisierte Studien müssen zeigen, ob man bei komplettem Ansprechen auf primäre Radio- oder Radiochemotherapie tatsächlich zunächst auf eine Neck Dissection verzichten kann. FK
Mau T et al. Management of cervical metastases in advanced squamous cell carcinoma of the tonsillar fossa following radiotherapy. Arch Otolaryngol Head Neck Surg 2005; 131: 600–4. [Im Focus Onkologie 2005; 8(12): 18]
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mk, BSMO, 21. Februar 2006
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